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Archive for Juli 2011

Time to say goodbye…

Eines der häufigeren Verkehrszeichen auf unserer Tour („mall“ ist übrigens das plattdeutsche Wort für „verrückt“)

(von Ulrich)

Ziemlich wolkig und grau sah er aus, unser letzter Morgen in Irland, als wir uns zu unchristlicher Zeit aus dem Himmelbett quälten. 7 Uhr 30 bimmelte der Wecker. Zwar war boarding time erst um 11 Uhr 25, aber wir waren lieber übervorsichtig, auf dem unbekannten Weg zum Flughafen konnte noch mancherlei passieren. Auch wenn es nicht besonders wahrscheinlich war – es war Sonntagmorgen, mit einem Stau wie gestern in Athy war nicht zu rechnen, auch nicht mit vereisen oder überschwemmten Straßen –, sicher ist sicher. Wir vermieden souverän das irische Frühstück und beschränkten uns auf das kontinentale Normalmaß. Und dann ging’s los. Ohne Ausschilderungs-Kapriolen und sonstige Hinderlichkeiten glitten wir Dublin entgegen, genossen den Sonntags-Tarif auf der gebührenpflichtigen Stadtautobahn (3 Euro anstatt 3,70 – wenn das kein Schnäppchen ist), landeten problemlos in der Ecke des Flughafengeländes, wo die Autovermieter sitzen, und fanden keine Tankstelle (d.h. wir sahen reichlich davon, bei fast jedem Autovermieter – außer unserem, versteht sich – auf dem Hof eine, aber mit denen konnten wir leider nichts anfangen). Also machten wir kehrt und fuhren, wie am ersten Tag, nordwärts, bis wir auf eine stießen, schenkten das Auto voll und zahlten bei der Gelegenheit auch gleich den Schnäppchenpreis für die Stadtautobahn.

Der Abschied von unserem kleinen schwarzen Renault fiel etwas schwer (eigentlich ein sehr braves Auto, bis auf die Nickeligkeiten: Bei jedem Start teilte einem das Display mit, daß man demnächst zum Service müsse – nicht schlimm, aber lästig, – und jedesmal beim Losfahren wurden automatisch die Türen verriegelt, was in Johannesburg sicherlich eine feine Funktion ist, aber da wollten wir zufällig nicht hin), war aber wenigstens vermieterseitig unproblematisch, was sicherlich auch daran lag, daß wir in das Auto keine Beulen oder Kratzer hineingefahren haben.

Unsere Reiseroute (regionaler Teil)

Den Kleinbus für die Fahrt zum Flughafenterminal teilten wir uns mit ein paar Amerikanern und, was die Sache etwas schwierig machte, mit ihrem Gepäck. Klafterweise Golfgedöns. Naja, wollen mal hoffen, die Leute haben außer Golfspielen auch noch ein bißchen was von der Gegend angeschaut (nach ihren Gesprächen sind wir nicht so sicher).

Wir hatten schon in Cashel eingecheckt, so mußten wir jetzt nur noch an einem Automaten unsere Bordkarten ziehen und unser Gepäck reinreichen; das war in ein paar Minuten erledigt. Aber dann kam die Handgepäckkontrolle!

Um zur Kontrollstelle hinzugelangen, mußte man sich erstmal durch so ein mäanderartiges Absperrband-Labyrinth, wie es z.B. vor Check-In- und Bankschaltern auch gerne verwendet wird, durchschlängeln bis zu einer Tür, an der die Bordkarten kontrolliert wurden. Das ging überraschend langsam; am schlimmsten an diesem Teil der Warterei war eine gestrenge Sicherheitstante, die den Pulk der Wartenden fortwährend umkreiste und diese ebenso fortwährend im Feldwebeltonfall anherrschte, man habe seine Bordkarten bereitzuhalten. Furchtbar. Beinahe überraschend, daß über der Tür kein Schild angebracht war, man möge alle Hoffnung fahren lassen.

Auf der anderen Seite der Tür sahen wir uns einer größeren Zahl von Durchleuchtungs- und Kontrollstationen gegenüber. Zwei waren besetzt. Bißchen wenig, Sonntagvormittag hin oder her. Entsprechend langsam rückten die Schlangen der Passagiere voran, manchmal ging es 5 Minuten oder länger nicht weiter. Mit langsamem Näherkommen sahen wir, daß diverse Passagiere, teils auf Anforderung, teils wohl von sich aus, ihre Schuhe auszogen und durch den Tunnel schickten. Und zwar keineswegs nur klobige Stiefel, sondern auch Sandalen u.dgl. (Der Schreiber dieser Zeilen erwog bei sich, sollten sie seine Schuhe von ihm fordern, auch seine Socken auszuziehen und barfuß durchzugehen – schließlich paßt in die Zwischenräume zwischen den Zehen fast genausoviel Sprengstoff wie zwischen Schuh und Fuß, das muß man doch verstehen. Aber zum Glück war an seinen Schuhen niemand interessiert.) Und, was erstens – wie eigentlich dieser ganze Durchsuchungszirkus – sehr lästig, aber zweitens auch überraschend war, sie waren erpicht auf Regenschirme. Wer immer auf die blödsinnige Idee gekommen war, so einen Gefährdungsapparat mit ins Flugzeug nehmen zu wollen, durfte ihn rauskramen und dem Durchsucher einhändigen, der ihn aufspannte, schüttelte, herumwirbelte und akribisch von allen Seiten beäugte, ehe er ihn zurückgab. Letztlich war das vom Zeitaufwand sicherlich weniger schlimm als die Nummer mit den Schuhen oder das obligatorische Gürtelrausfriemeln (was der Schreiber dieser Zeilen, wie schon öfter, vergessen hatte), aber es markierte das Erklimmen einer – zumindest für uns – neuen Stufe der Blödsinnigkeit. Was wird als nächstes kommen? (Na gut, am Tag nach unserer Rückkehr las ich, daß sie in Amerika anfangen, sich vor Leuten mit Sprengstoff-Implantaten zu ängstigen; man sollte sich insofern davor hüten, zu glauben, blöder gehe es jetzt allmählich wirklich nicht mehr.)

Nicht eben aufhellend auf unsere Stimmung wirkte, daß wir vergessen hatten, die in Venedig teuer gekaufte Sonnencreme (die wir gar nicht gebraucht hatten) aus dem Handgepäck rauszutun. Mehr als 100 ml, außerdem ohne Klarsichttütchen – weg war sie.

Schwerer Abschied von Irland…

Endlich war die Gepäckkontrolle überstanden, und wir konnten uns ins „zollfreie“ (von wegen!) Einkaufsvergnügen stürzen. Erster Anlaufpunkt war das Whiskey-Geschäft; da hatten wir uns bislang komplett zurückgehalten, aber man kann natürlich nicht gut aus Irland zurückkommen ohne ein leckeres Fläschchen… Eine wahnsinnige Auswahl von Whiskeys gab es da, neben den großen Marken auch weniger bzw. noch weniger bekannte. Es brauchte einiges an Hin- und Herlaufen, bis eine Auswahl getroffen war. Demselben Laden wurden dann auch noch eigentlich recht teuer aussehende, dicke Schokoladenpakete abgekauft, deren Preis dadurch in annehmbare Sphären rutschte, daß man für jedes gekaufte Paket ein zweites identisches kostenlos draufbekam. Noch ein Laden für kleineren Souvenirkram, ein Käffchen,

… besonders für das Schaf

ein leider vergeblicher Versuch, über das Wartehallen-WLAN die nächste Geschichte hochzuladen – dann wurde es auch schon Zeit, sich in Richtung Gate aufzumachen. Dort passierte zur angegebenen boarding time und auch noch eine Weile danach gar nichts.

Schließlich kam doch Bewegung in die Sache, und es wurden die Inhaber der Plätze in den hinteren Sitzreihen des Flugzeugs gebeten, sich über die Passagierbrücke dorthin aufzumachen. Von dieser Maßnahme, im ersten Schritt nur die hinteren Plätze einnehmen zu lassen, versprach man sich eine Verringerung des Durcheinandergedrängels im Mittelgang des Flugzeugs, bis jeder endlich seinen Sitz hatte. Viele Passagiere trauten den Fluggesellschaftsleuten am Gate aber wohl nicht so recht („wer weiß, auf einmal knallen die mir die Tür vor der Nase zu und fliegen ohne mich davon – besser, ich geh gleich als erster mit rein“ oder so), jedenfalls füllten sich die vorderen Sitzreihen ebenfalls sofort, nicht ohne entsprechend gesteigertes Durcheinandergedrängel, versteht sich.

Unser wartendes Flugzeug

Anscheinend werden die beim Check-In vergebenen Platznummern inzwischen von vielen Leuten als eine Art unverbindlicher „Richtlinie“ angesehen; jedenfalls kam es so oft allein im hinteren Flugzeugteil (wo wir es bemerkten) dazu, daß jemand kam und seinen Sitz schon besetzt vorfand – zwei der ersten „Jemande“ waren wir selber –, daß eine Stewardeß in etwas gereiztem Ton durchsagen mußte, es möge sich jetzt bitte jeder einfach auf den Platz setzen, der auf seiner Bordkarte stehe, damit man sich überhaupt mal an die Startvorbereitungen machen könne.

Unsere Reiseroute

Unsere Reiseroute (überregionaler Teil)

Das Wetter draußen sah halbwegs schön aus, trotzdem schaukelte das Flugzeug schon merklich im böigen Wind, während es noch stand. Mit einer knappen halben Stunde Verspätung flogen wir schließlich los. Der Flug war zunächst unspektakulär und ruhig. Im Laufe der zweiten Stunde (kurz nachdem der Kapitän verkündet habe, man sei gerade in der Gegend von Köln – was wohl ausweislich unserer GPS-Aufzeichnungen ein ziemlich weiter Begriff gewesen sein muß) wurde es dann aber so turbulent, und zwar dauerhaft, daß ersucht wurde, die Lehnen senkrechtzustellen, die Tische hochzuklappen und (bekanntlich essentiell für das Erreichen einer ruhigeren Fluglage) ggf. die Sonnenblenden zu öffnen. So schlingerten wir in einer Art vorzeitig begonnenem Landeanflug durch die Lüfte.

Wider alles Erwarten brach kein Flügel ab, kein Triebwerk fing Feuer, und während der Landung scheint auch die Steuerung der Maschine funktioniert zu haben. Jedenfalls setzten wir mit der gleichen Verspätung, mit der wir in Dublin gestartet waren, am Nachmittag gegen 15 Uhr 30 in Stuttgart auf.

Und damit ist diese Geschichte – und das Blog – am Ende.

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Glendalough

(von Ulrich)

Samstag, der 16.7., war leider bereits der vorletzte Tag der ganzen Irlandsause 😦 , und es wurde Zeit, daß wir uns wieder in Richtung Dublin begaben. Ein letztes Highlight stand uns noch bevor, und das war der Klosterbezirk Glendalough in den Wicklow Mountains, gut 50 Kilometer südlich von Dublin. Es war ein Stück Weges von Cashel dorthin, deshalb waren wir entschlossen, uns von Ruinen usw. am Wegesrande möglichst nicht ablenken zu lassen. Einige allerletzte Abschiedsbilder vom Rock of C. mußten natürlich noch sein, dann ging es über eine Auswahl von allem, was Irland an Asphaltstraßen zu bieten hat, von Autobahn bis (leider fällt mir nichts passendes mit Z ein…) winziger „National“- oder Regionalstraße, nordwestwärts. Nichts konnte uns aufhalten – naja, fast nichts: Ein paar Rindviecher auf der Straße konnten es ebenso wie ein epochaler Stau in einem Ort namens Athy, der uns eine Ewigkeit (gefühlt: etwa eine Stunde, tatsächlich wohl nur eine halbe, was sich aber für einen Ort dieser Größe sehen lassen kann) die Schönheiten an der Hauptdurchgangsstraße genießen ließ. Schuld war kein Feuerwehreinsatz, kein Unfall, keine Reifenpanne, kein Wasserrohrbruch, sondern einzig und allein eine Ampel, deren Phasen anscheinend von einem Freizeit-Ampelprogrammierer oder Nebenberufler programmiert worden waren. Grauenvoll.

Ein weiterer (abermaliger) Quell der Freude war die tolle ADAC-Straßenkarte, die uns des öfteren klarzumachen versuchte, daß die an einer Straßenkreuzung ausgeschilderten Orte ebensowenig existierten wie die Straßen dorthin. Was möglicherweise zumindest teils auf die Bestrebungen der Einwohner von Hollywood (da mußten wir durch) zurückgeht, sich die Paparazzi vom Halse zu halten… Letztlich haben wir trotzdem fast ohne Umweg die Straße nach Glendalough (teilweise wirklich übel, mit tiefen Schlaglöchern in halb straßenbreiten Pfützen) gefunden, auf dem Weg dorthin manch rauhes Lüftchen der Wicklow Mountains zu spüren bekommen sowie einen ersten Vorgeschmack auf das wechselhafte Wetter und die Aktivitäten des hl. Kevin. (Zum Heiligen Kevin, irisch Caoimhghin: Geboren angeblich 498, aus königlichem Hause, zog sich nach einer Wallfahrt nach Rom als Eremit in die Einöde in den Wicklow Mountains zurück, fand viele Anhänger – was das Eremitenleben sicherlich nicht leichter machte – und gründete das Kloster Glendalough. Er war Abt dieser Gemeinschaft, lebte aber meist in der Einsamkeit, kilometerweit vom Kloster entfernt, und bevorzugte die Gegenwart von Tieren gegenüber der von Menschen. Gestorben ist er 618, was bei dem angeblichen Geburtsjahr ein „biblisches“ Alter von 120 ergibt. Genaues weiß man aber nicht, die ältesten schriftlichen Lebensbeschreibungen sind erst mehrere Jahrhunderte später entstanden.)

In Glendalough wartete eine Überraschung auf uns. Hatten wir während des gesamten Urlaubs irgendwie das Gefühl gehabt, mit dem Tourismus laufe es wohl momentan nicht gut, weil die Touristenansammlungen an den einschlägigen Orten eher mäßig waren, erlebten wir hier erstmals so etwas wie Hochsaison. Der recht großzügige Parkplatz war komplett voll (was allerdings auch ein wenig daran lag, daß mancher der anwesenden Autofahrer in der hohen Kunst des Einparkens immer noch ein Suchender oder Lernender war). Dazu Busse in Mengen und ein ameisenhaufenartiges Gewusel von Leuten und Leutchen.

Also erstmal wieder weg hier, raus aus Glendalough, hin zur Pension, die ungefähr auf halbem Wege nach Roundwood liegt. Die Frau Wirtin, eine nette ältere Dame namens Carmel, begrüßte uns und führte uns in ein superromantisches Zimmer mit Himmelbett und dem schönsten Kitsch der Welt. Herrlich!

Zweiter Versuch in Glendalough. Diesmal hatten wir mehr Glück, jedenfalls mit dem Parkplatz. Dafür begann es gerade wieder zu schütten. So begaben wir uns, mehr oder weniger elegant die Pfützen umtänzelnd, auf den schätzungsweise 200 bis 300 Meter langen Schotterweg vom Parkplatz zu den heiligen Hallen bzw. ihren stolzen Überresten. Ob des prasselnden Regens faßte der Schreiber dieser Zeilen den Entschluß, vorläufig die Photographiererei Eva allein zu überlassen, denn die große Kamera erfordert beidhändigen Einsatz, eine Hand hatte aber regenschirmumklammernderweise ein festes Alibi, und die kleine Kamera, einhändig verwendbar, lag trocken und warm bei Carmel in der Pension.

Irgendwann nach ungefähr einer halben Stunde hörte es ziemlich schlagartig auf zu regnen, und die Sonne kam heraus. Als hätte einer am Schalter gedreht. Im plötzlichen Sonnenlicht machte der Ort plötzlich einen ganz anderen Eindruck, vorbei war es mit der düsteren Wildromantik. Dafür nahmen die Schwierigkeiten zu, einen schönen Anblick zu haben bzw. ihn auch noch photographisch festzuhalten, ohne daß justamente im Zentrum des schönen Anblicks ein Dutzend Leute aus aller Herren Länder sich in Gruppenpose stellten oder ratlos den Reiseführer studierten. Nach einiger Zeit griff die unsichtbare Hand erneut nach dem Schalter, der Sonnenschein begann tropfenweise niederzugehen und verschwand alsbald; was blieb, war das tropfenweise Niedergehen. Blöd, daß die einzigen Gebäude auf dem Gelände, die ein Dach haben (der Rundturm und „St. Kevin‘s Kitchen“) unzugänglich sind, entweder mit Gittertüren versperrt oder mit einem Eingang in luftigen Höhen. Aber ein weiteres Mal wurde der Schalter gedreht, und die vollständige Durchnässung, vor der bei dem scharfen Wind auch die Regenschirme auf Dauer nicht schützten, blieb uns diesmal erspart. Nach einigem weiteren Herumkraxeln, über-Pfützen-Springen, durch-hohes-nasses-Gras-Waten und dem vergeblichen Versuch, zu einer etwas abgelegenen Ruine jenseits des Friedhofes zu gelangen, erachteten wir den Klosterkomplex als hinreichend besichtigt und kehrten zur Pension zurück.

Auf diesbezügliche Frage teilte uns Carmel freudestrahlend mit, sie nehme keine Kreditkarte, sondern nur Bares. Der nächste Geldautomat befinde sich in Roundtree im Supermarkt (dooferweise drinnen und auch noch direkt neben dem Kühlbereich – brrr – und nicht außen dran!). Zum Glück haben hierzulande die Supermärkte auch samstags und auch auf dem Dorf ziemlich lange offen; so ließen wir uns Zeit damit, dorthinzufahren, und besuchten dann gleich eines der (vielleicht 2 oder 3) Restaurants des Ortes. Recht preiswert, große Portionen; leckeres Guinness sowieso…

Tja, das war dann unser letzter Abend in Irland 😦


(von Eva)

Unsere Reiseroute:

Unsere Reiseroute

Abschied von Cashel: Irisches Stimmungsbild mit Hurlingtor, Regenwolken, Sonnenschein, viel grünem Rasen und einer Ruine im Hintergrund

Verkehrsstau durch Kühe auf der Straße

Das Hurlingwappen des Countys Kildare

Athy, die Stadt mit dem – bezogen auf die „Größe“ der Siedlung – längsten Stau von Südirland, besitzt z.B. ein hübsches Castle (zur Besichtigung gings im Stau dann doch ein kleines bisschen zu schnell voran, aber nur ein bisschen…)

In jedem Dörfchen von Irland scheint es mindestens einen Buchmacher zu geben, so auch in Athy

Hübsches Häuschen an der Straße

Hier gehts nach Hollywood! Ihr habt nicht gewusst, wie Hollywood auf Gälisch heißt, oder?

In den Filmen habe ich nie so viele Schafe um den berühmten Schriftzug gesehen…

Kevin allein in der Kirche?

Die Wicklow Mountains

Am Bergpass war es ziemlich windig!

Die Einsiedelei des heiligen Kevin (Cóemhghein auf Gälisch = der Hochgeborene oder auch „hübsch und anmutig von Geburt“…)

Das Busunternehmen des heiligen Kevin

In Carmel’s B&B: Unser hyperromantisches Zimmer 🙂

Auf nach Glendalough!

Das Wetter war sehr einladend…

und animierte uns zu relativen düsteren Photos…

Alles war tropfnass…

bis sich auf einmal – wahrscheinlich ein Wunder des heiligen Kevin – ein Loch in den Wolken auftat…

und auf einmal die Sonne auf uns herunterlachte (und wir zurücklachten)!

Die Kathedrale von Glendalough

St. Kevin’s Church (oder auch Kitchen, weil der Turm wohl aussieht wie ein Schlot… naja…)

Bringt das Unglück, unter einem Grabstein durchzukriechen? Ich habs amal gelassen…

Der Rundturm von Glendalough (Freud hätte wahrscheinlich seine helle Freude gehabt, sowas in einer Mönchsabtei zu sehen…)

Ein sympathischer Friedhof, auf dem auch Himbeeren wachsen!

Das Eingangstor zu dem Klosterbezirk

Ein süßes Lämmchen mit Hasenohren

Ulrich mit seinem letzten Guinness abends im Pub

Mein Schäfchen war sehr traurig, dass es am nächsten Tag Irland verlassen musste und hat sich besoffen…

Und der Drache war natürlich – wie immer – auch gleich mit von der Partie!

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Irische Autokennzeichen

(von Eva)

In Irland gibt’s keine Wunschkennzeichen mit frei wählbarem Text, dafür kann man sich offenbar die Schriftart  und -farbe auswählen! Und dabei sind auch mehr oder weniger unlesbare Schriften möglich…

Hier amal unser Mietauto als Beispiel für eine „normale“ Nummer: 10 ist das Erstzulassungsjahr (es ist ganz witzig, dass man hier auf den ersten Blick sehen kann, wie alt ein Auto ist), der bzw. die Buchstaben stehen für das County, hier Dublin. Klein oberhalb der Nummer steht dann jeweils der gälische Name des Countys, hier Baile atha Cliath.

Und hier einige mehr oder weniger ausgefallenen Schriftvarianten!

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Kilkenny

(von Ulrich)

Für Freitag, den 15.7., hatten wir uns ein Ziel in der weiteren „Umgebung“ von Cashel vorgenommen, nämlich Kilkenny. Klar, dafür braucht man eigentlich mehr Zeit als einen halben Tag, aber besser ein kurzer Eindruck als gar keiner. Das Wetter … naja, das beste, was man darüber sagen kann, ist, daß es, jedenfalls einstweilen, nicht regnete.

Der Weg führte uns zunächst nach Holy Cross (daran konnten wir natürlich nicht vorbeifahren), wo es eine einstmals zerstörte, mittlerweile aber teilweise wieder aufgebaute Zisterzienser-Abtei gibt. Diese liegt an einer hübschen Brücke über den Fluß Suir. Die Kirche und der Kreuzgang sind aus den Ruinen auferstanden, die Kirche wird mehr oder weniger regelmäßig gottesdienstlich genutzt. Im Hof, der sich an den Kreuzgang anschließt, stand eine lustige deutsche Touristengruppe, überwiegend etwas reiferen Alters, herum, man unterhielt sich fröhlich, machte Gruppenbilder usw. Irgendwann begannen diese Leute der Kirche zuzustreben. Und während sie noch am reingehen waren, fingen sie an, einen Gottesdienst zu halten mit Chorälen, Lesungen, später auch mit den gefürchteten modernen Gitarren-Liedern. Bißchen komisch und nicht ganz fair gegenüber anderen Leuten, die sich unvermittelt und ohne es gleich zu merken inmitten eines Spontan-Gottesdienstes wiederfanden. Hatten wir uns zunächst noch in aller Stille die Kirche angesehen, ergriffen wir, als der Gesang zur Gitarre anhob, so schnell, wie es ohne Türenschlagen eben ging, die Flucht.

Jetzt ging es weiter nach Kilkenny (mit Halt an der einen oder anderen malerischen Ruine). In der Stadt konnten wir froh sein, einen kostenpflichtigen Parkplatz mit maximal dreistündigem Aufenthalt zu ergattern – immerhin zentrumsnah. Nach einem totenerweckenden Espresso machten wir uns auf, die Wunder und Schönheiten Kilkennys zu erkunden. Wir begannen damit bei St. Canice‘s Cathedral. Diese Kirche ist insofern etwas Besonderes, als sie erstens alt ist und zweitens nicht als Ruine vorliegt. Lt. Wikipedia haben Cromwells Truppen sie geplündert und als Stall benutzt; vielleicht hat das das Gebäude gerettet – die Soldaten bevorzugten wohl, auf trockenen Pferden zu sitzen, und erachteten ein intaktes Dach zu diesem Behufe als hilfreich. Neben der Kirche (aber ohne funktionale Beziehung zu ihr) steht ein Rundturm, und für ein bißchen mehr Eintritt kann man nicht nur die Kirche besichtigen, sondern auch auf den Rundturm klettern. Und damit begannen wir. Es geht 8 Stockwerke empor auf steilen, schmalen Leitern. Als wir uns ans Klettern machten, nieselte es draußen ein wenig. Als wir uns dann endlich durch den engen Durchschlupf auf die Dachplattform zwängten, trieben scharfe Böen Regenschauer vor sich her. Nicht schön… Zum Glück hörte der Regen bald wieder auf, und die Böen blieben allein zurück, so daß man dann doch noch ein bißchen Aussicht ankucken konnte (und ein paar Bilder machen).

Die Kathedrale (heutzutage übrigens anglikanisch) ist sehr beeindruckend, mit schönen Glasfenstern, die die seltsame Eigenschaft haben, daß man von ihnen einfach keine scharfen Photos machen kann – wahrscheinlich haben die Künstler so unscharfe Farben verwendet –, ein geschnitztes Chorgestühl (modern – aus dem Jahr 1904 –, aber eine Kopie eines alten in Brügge; auf jeden Fall schön), geschnitzte Dachbalken usw.

Anschließend schlenderten wir durch die Fußgängerzone zum Kilkenny Castle, einer ehrfurchtgebietenden Burg mit einer nicht minder ehrfurchtgebietenden Rasenfläche dahinter. Hunderte Meter nur Rasen, eigentlich erstaunlich, daß sie keinen Golfplatz draus gemacht haben. Die Wetteraussichten schienen wenig verheißungsvoll: An dem Flüßchen neben Castle und Park flogen die Schwalben so tief, daß sie fast nasse Bäuche bekamen, im Park versuchten sie dann, diese am Gras wieder abzutrocknen. Ein Maulwurf hätte, wäre er im rechten Moment an der rechten Stelle aufgetaucht, so eine Schwalbe zum Absturz bringen können. Soweit ich weiß, tauchte aber keiner auf.

Irgendwann drängte die Zeit, unser Parken drohte illegal zu werden, also machten wir uns wieder auf den Weg zum Auto. Abgesehen von der ablaufenden Parkzeit gab es auch noch einen Grund, aufzubrechen: Wir wollten noch zur Jerpoint Abbey, einer – na? – Klosterruine, die erstens sowieso ganz hübsch ist  und in der es zweitens nette mittelalterliche Reliefs von lachenden (naja, sagen wir lächelnden, wir wollen nicht übertreiben) Heiligen gibt. Die Überschreitung der Parkzeit hatte man uns gnädig nachgesehen bzw. nicht bemerkt, aber jetzt wurde das Leben anstrengend. Wir hatten keine ordentlichen Karten bei uns und die Ausschilderung von Straßen ist bestenfalls mäßig logisch, oft auch einfach nicht vorhanden. So folgten wir einem Schild und verließen die Stadt in völlig falscher Richtung, weil die entscheidende folgende Abbiegung leider nicht oder nur hinter einem Gebüsch ausgeschildert war. Nach einigen Kilometern wurde es uns zu blöd, und wir kehrten zurück, quälten uns durch die ganze Innenstadt (Feierabendverkehr), folgten einer anderen Ausschilderung, die diesmal etwas konsistenter war, landeten trotzdem auf einer anderen als der erwarteten Ausfallstraße – kurz, wir eierten mächtig herum. Endlich aber befanden wir uns auf rechtem Weg, Jerpoint Abbey war durchgehend ausgeschildert, und schließlich kamen wir dort an. Beim Links-Abbiegen auf den Parkplatz unterlief dem Schreiber dieser Zeilen sein einziger Linksverkehrs-Fehler, als er, ordentlich auf der linken Straßenseite anrollend, ein anderes Auto, welches gerade den Parkplatz verlassen wollte, auf der rechten Seite zu passieren versuchte. Die Fahrerin schaute recht mißbilligend herüber. Recht hatte sie.

Damit kommen wir zum Höhepunkt (um im Bilde zu bleiben, müßte man wohl sagen, zur dicksten Stelle) unserer Pechsträhne: Die Abtei hatte zu. Sie machen da überraschend früh Feierabend, und selbst wenn wir uns die Kapriolen um Kilkenny herum gespart hätten, wären wir trotzdem zu spät gekommen. Also nix mit lachenden Heiligen und schöner Abtei. Na gut, ein bißchen schon noch; der Bereich um die Abtei war mit einem Bauzaun abgesperrt, an dem man sich aber aber vorbeizwängen konnte, so gab es wenigstens ein paar Abenddämmerungsbilder von außen.

Der Rückweg nach Cashel über nette kleine und kleinere Straßen ging dann gleichfalls nicht ohne gewisses „Hakenschlagen“ vonstatten, aber irgendwann ging es mit der Qualität der Ausschilderung auch wieder bergauf, und schließlich rollten wir auf den Hof unserer Pension.

Diesen verließen wir bald darauf wieder, um in der Stadt den Inder von vorgestern noch einmal aufzusuchen. Was schön war: Der Kellner erkannte uns, freute sich über unser Wiederkommen und behandelte uns wie Stammgäste (wir bekamen größere Weingläser, mehr von der Vorspeise, mehr „Thank you“ usw.). Was nicht so schön war: Fast während der ganzen Zeit lief ein unerträglicher indischer Schlager, ein – um es mal nett auszudrücken – sehr melismatischer Gesang einer Dame mit höchst markanter Stimme. Immer wieder dasselbe Lied, allein während unserer Anwesenheit sicherlich 10mal hintereinander, bis sich dann jemand erbarmte und die gestreßte CD aus ihrem Dauerbetrieb befreite und gegen eine andere, kaum minder unerträgliche, austauschte.

Aber abgesehen davon war es ein schöner Abend. Und abgesehen von den Nickeligkeiten mit den Wegweisern war eigentlich der ganze Tag „halbwegs brauchbar“.


(von Eva)

Unsere Reiseroute:

Unsere Reiseroute

Endlich wieder mal in Heiligenkreuz! 🙂

Natürlich gibt’s auch hier ein Stiftsgasthaus!

Die Abtei (derzeit mönchslos) am River Suir

Die rekonstruierte Kirche…

und der ebenfalls wiederaufgebaute Kreuzgang

Die Kirche von innen (kurz bevor die betende Reisegruppe aufkreuzte)

Der nicht wiederaufgebaute Teil der Abtei

Diese heiligen Wasserleitungen führen zu …

einem ebenso heiligen Wassertank (das dunkelgrüne neben den Blümchen), …

aus dem dann das heilige Wasser fließt… (Für mich stellte sich folgende Frage: An welchem Punkt zwischen profaner Wasserleitung und hochheiligem Wasserhahn wird das Wasser heilig? Segnet man da den Wasserhahn, und alles, was da rauskommt, ist dann heilig? Oder muss man alle Bauteile segnen? Oder etwa jede Menge Wasser einzeln? Sitzt dort ein armer Priester neben dem Hauptwasserhahn und macht den ganzen Tag nix anderes? Oder gibt’s extra Tankwagen für Weihwasser, die da ab & zu vorbeifahren?)

Am Fluss Suir

Ich hab noch nie ein Schild gesehen, das direkt zum Füttern von Enten auffordert!

Nicht alle rosa Blumen sind Fingerhüte (aber fast alle)

Am Eingangstor der Abtei ist die Hurlingfahne des County Tipperary gehisst …

– wie im Übrigen auch auf Autos, vor Hauseingängen, in Geschäften oder sonst wo… (Deutschland im WM-Fieber is nix gegen die nationalen Hurlingmeisterschaften!)

Ist das eine artgerechte Haltung für Wasserräder?

Turmruine in dem Ort mit dem lustigen Namen Two-Miles-Borris (ein russischer Hurlingspieler, der einen Ball über 2 Meilen schlagen konnte?)

Eine weitere, für uns anonyme Turmruine

Eine ebenfalls anonyme Kirchenruine …

… mit lustigem Glockenturmüberrest

Nicht schon wieder eine Ruine mit Friedhof! 😉

Ich sags ja immer, ohne Verzapfen hält so ein Grabstein keine 200 Jahre!

Nur so

Thurles: Eine Stadt, ein Stau. Aber immerhin kann man so bequem die lokalen Sehenswürdigkeiten bestaunen, so z.B. die Redaktion des weltberühmten Tipperary Star

Oder dieses grandiose Plakat (Wie war das noch? Liebe ist …)

Kilkenny: Auf dem Weg zu Turm und Kathedrale

Diesen (in echt zum Glück weniger perspektivisch verzerrten) Turm schickten wir uns an zu besteigen

Die „Stiegen“ waren ganz schön steil!

Ulrich krabbelt ans Tageslicht

Oben angekommen, wars so richtig gemütlich mit heulendem Sturm und eindeutig zu viel Wasser in der Luft (zieht Ulrich da jetzt seine Waffe, um dem Wettergott den Garaus zu machen?)

Aber kuscheln hält doch warm 😉

Das Castle von Kilkenny

Smithwick’s Brauerei wurde rund um die alte St. Francis Church erbaut – eine Klosterbrauerei kann zum Eigenläufer werden…

Tourizüglein mit einem Züglein aus glücklichen Autofahrern hinterher

Diese „Straße“ ist keine Einbahn!

Das Parken auf den Gräbern ist zu unterlassen… Na gut, dass da ein Schild steht…

Die Kathedrale von innen (irgendwie ungewohnt, eine alte irische Kirche mit Dach drauf)

Das geschnitzte Chorgestühl mit den 4 Evangelisten

Hat diese Steinfigur so schauderlich mitgesungen, dass man sie knebeln musste?

Sarkophag eines Mannes, der diesen ca. 30 Jahre vor seinem Tod schon in Auftrag gegeben hatte – erinnert irgendwie an Leute, die heute schon zu Lebzeiten ihren Namen an den Familiengrabstein meißeln lassen… Aber einer der fröhlichsten Sarkophage, die ich je gesehen habe!

Auch ein Drache darf natürlich nicht fehlen!

Die Dame hatte eine spannende Frisur… oder einen Kopfverband? oder Hut? oder versuchte sie, Hasenohren zu verstecken?

Dies soll wohl einen Löwen darstellen… Der zugehörige Ritter wurde in London vergiftet und begraben, doch sein Herz wurde nach Irland gebracht und hier bestattet…

Zu diesem Glasfenster gibt’s eine interessante Geschichte: Das Original stammte aus dem 13. oder 14. Jahrhundert. Im 17. Jahrhundert kam ein Reisender aus Rom und wollte das Fenster für eine Kirche in Rom kaufen, der Bischof wollte aber nicht verkaufen. So malte der Reisende es eben ab. Keine 5 Jahre später kam Oliver Cromwell vorbei und zerstörte die Glasfenster… Wiederum Jahre später entdeckte man die Zeichnungen des Reisenden aus Rom und konnte die Fenster so rekonstruieren!

Schwalben im Tiefflug über dem River Nore

Hinter dem Castle von Kilkenny…

befindet sich eine einfach nur riesige (nasse) Rasenfläche, …

die unser Schaf so sehr in Entzückung versetzte, …

dass wir spontan ein weiteres Schafshooting einlegten!

Ulrichs Kommentar zu diesem Photo: Du bist ja breiter als das Schloss! (sehr charmant…)

Aber irgendwie ist er ja doch ganz furchtbar sehr lieb…

Im Wäldchen neben dem Riesenrasen (wieviele Gärtner die dort allein zum Rasenmähen haben?) begegneten wir einem Eichhörnchen…

und einer erbosten Baumfee, der irgendwer den Baum geklaut hatte!

Außerdem gabs einen Spielplatz, auf dem man augenscheinlich das Wetter einstellen konnte (ich habs sofort von „Showers“ und „very cold“ auf „sunny“ und „warm“ umgestellt…

Flüchtende Statue

Die linke Bank im Gegensatz zur rechten Bank? Die Bank, die ihre Kunden linkt? Oder die letzte übrig gebliebene (left over) Bank?

Ein Geschäft für Mädchen 🙂 (leider mussten wir uns beeilen…)

Habt ihr gewusst, dass Watergate in Irland liegt? Hier hat Napoleon wohl die Schlacht um den letzten Parkplatz der Stadt verloren…

Die Jerpoint Abbey im allzu späten Abendlicht

Die Tür war leider zu…

Also, ifam find ich das Ganze!

Aber durchs Gitter schauen geht ja auch 🙂 Und zum Lachen brauchen wir keine Steinheiligen, das schaffen wir notfalls selber!

Der Rock of … in Düsterstimmung

Undüstere Abendblogstimmung

Especially for Catrin…

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Cashel und Cahir

(von Ulrich)

Donnerstag, der 14.7., stand zunächst im Zeichen der Erledigung lokaler Aufgaben. D.h. nach einem wenn auch nicht irischen, so doch höchst üppigen Frühstück (Palatschinken mit heißen Bananen für Ulrich, so eine Art Bröselkuchen mit Äpfeln und Rosinen für Eva, den sie sich für später aufs Zimmer mitnahm, weil er mörderisch heiß war) fuhren wir ins Stadtzentrum, um den Felsen genauer in Augenschein zu nehmen. Das Parken in der Innenstadt ist (jedenfalls da, wo wir uns hingestellt hatten) auf eine Maximalzeit von 2 Stunden beschränkt, wir taten also gut daran, das Besichtigungsprogramm ohne Umschweife anzugehen. Was sich als schwierig erwies, weil wir den kürzesten Weg von der Innenstadt zum Felsen nicht fanden und auf dem Weg zum längeren zwangsläufig ein wenig herumschweiften.

Vor dem Eingang eingetroffen, fanden wir uns plötzlich inmitten einer Schulklasse von vielleicht Zehnjährigen. Unsere Hoffnung, die lieben Kleinen samt ihren Lehrkräften stünden dort vielleicht herum, um ihren soeben beendeten Besuch noch auf sich wirken zu lassen, wurde sehr schnell zunichte, als sie alle gleichzeitig (und gleichzeitig mit uns) zur Eingangstür hineindrängten. Glücklicherweise war die Besatzung des Kassenschalters virtuos in der Lage, gleichzeitig die Gruppe und uns abzufertigen, und so war das vom Schreiber dieser Zeilen, dem alten Miesepeter, befürchtete Problem letztlich nicht vorhanden.

Eher ein Problem war die Größe unserer Gruppe bei der Führung, schätzungsweise 35-40 Leute. Die Führerin mußte ihre Vorträge mit derart gellender Stimme halten, um z.B. in Cormac‘s Chapel das Getöse der Lüftung und draußen den Wind zu übertönen, daß es schwer auszuhalten war.

Das wunderschöne Gerüst, das den Felsen bzw. seine Baulichkeiten momentan (seit 2 Jahren und für noch mindestens 2 weitere) ziert, trägt ein zusätzliches Dach für Cormac’s Chapel. Damit will man erreichen, daß diese so lange der Einwirkung der Elemente entzogen wird, daß Mauern und Dach ordentlich durchtrocknen und das Wachstum bestimmter Mikro- und größerer Organismen mal aufhört. Daß das auch nötig wäre, sieht man an der stark bemoosten Decke. Besondere Bedeutung haben die Konservierungsarbeiten für die im Chor dieser Kapelle an der Decke befindlichen Fresken, die man vor ein paar Jahren zufällig gefunden hat (waren übergemalt) und die, soweit ich verstanden habe, die einzigen oder ältesten von ganz Irland sind.

So hörten wir uns mancherlei an, versuchten, mehr oder weniger künstlerische Photos (oder wenigstens welche von erkennbaren Motiven) zu machen und verließen irgendwann die Führung, um noch ein wenig allein herumzugehen und dann, dieweil unsere Parkzeit abgelaufen war, allmählich mal wieder nach dem Auto zu schauen.

Nächste Station war Hore Abbey, die Klosterruine unterhalb des Felsens. Faszinierend – sie kostet keinen Eintritt, man kann einfach zwischen den Ruinen herumsteigen, was wir denn auch taten. Zusätzlich zu uns stapften wieder amal künstlerisch hochinteressierte Wiener umanand… Und damit beendeten wir einstweilen den lokalen Teil des Tagesprogramms.

Es folgte ein Ausflug nach Cahir, ca. 18 km südlich von Cashel am Fluß Suir gelegen. Dort gibt es eine alte Burg, ganz gegen das sonst Gewohnte keine Ruine, sondern eine komplett intakte Anlage. Super-1a-Empfehlung für Leute mit kleinen (und fast kleinen) Kindern, man kann in den Türmen und auf den Mauern rumklettern (und natürlich runterfallen, that’s life) und fast überall hin, selbst in Ecken und Winkel, wo es wirklich nix zu sehen gibt, und so richtig Ritter oder Burgfräulein spielen. Wunderbar. Der Park hinter der Burg ist ebenfalls furchtbar schön, da verbrachten wir am späteren Nachmittag längere Zeit damit, nichts zu tun. Zwischendurch waren wir in einem netten Café gleich gegenüber, wo es theoretisch guten Espresso gäbe – wenn sie es nur dabei belassen hätten, die Tassen espressoüblich maximal zur Hälfte zu füllen und nicht (bei selber Menge an Wirksubstanz) bis zum Rand…

Zufrieden mit dem schönen Nachmittag kehrten wir nach Cashel zurück, pflegten ein wenig der Ruhe, gingen nochmal zum Felsen, um ein Super-Schaf-Shooting auf der Wiese zu machen; dann ließen wir uns in einem Pub zum Essen nieder (Huhn sehr gut, Fisch solala) und später noch in einem anderen auf ein  weiteres Getränk. Und so fand dieser Tag einen richtig schönen Abschluß.


(von Eva)

Unsere Reiseroute:

Unsere Reiseroute

Starphotograph beim Ablichten des Rock of Cashel

Buntes Haus in Cashel 🙂

Das Schlosshotel von Cashel

Irgendwie passen Geschäftsname und -anstrich nicht zusammen, oder?

Großartiges Heimatmuseum über alles und jedes inkl. Unabhängigkeitskrieg und lokale Ahnenkunde (wir habens uns mal nicht gegeben)

Auf dem Weg zum Rock of Cashel

St. Patrick’s Cross (12. Jhdt.) als Erinnerung daran, dass hier irgendwo der König von Cashel sich hat taufen lassen

Am Torbogen der Kathedrale

Die Kathedrale von innen

Sonniges Spotlight auf einen Grabstein

Ich beim Sonnetanken 🙂

Reich verzierter Schornstein des bischöflichen Backofens

Danger! Men at Work!

Der Eingang des Wohnhauses des Bischofs

Geheimgang in der Mauer der Bischofsresidenz

Es gibt auf dem Rock auch ein eigenes Gebäude für den Kirchenchor (8 Sänger + 1 Organist), diese Gestalt soll die Sänger wohl zu engelsgleichem Gesang anstiften

Wappen des Kirchenchors?

Cormac’s Chapel

Eines der furchtbar berühmten, leider ziemlich kaputten Fresken

Verschiedenes Getier und Gemensche an den Säulen

Der Rundturm

2 glückliche Touristen

Ein Elefant und ein Greif (der Bildhauer hat sich den Rüssel wohl bei einem kleinen, rosigen Tier abgeschaut…)

Ein Drache, der wahrscheinlich Entscheidungsschwierigkeiten hat!

Wesen (Gespenst? Alien?? Die böse Stiefmutter???)

Hore Abbey

Auch von der Hore Abbey aus sieht man den Rock of Cashel…

Von wegen, die Abtei ist verlassen, offenbar lebt hier immer noch eine höchst heilige, gemischte Gemeinschaft in alter keltischer Tradition und ist in tiefe Andacht und Demut versunken

Noch mehr Abtei

Einfach schön 🙂

Nach ca. 4 Tagen ohne Regen sind die ersten Bäche ausgetrocknet! Von wegen, in Irland ist es immer nass…

Das Castle von Cahir (Cahir heißt wohl auf Gälisch Burg, also irgendwie eine Dopplung…)

Dramatischer Wasserfall im Fluss Suir (oder auf Gälisch Siur – offenbar werden die Diphtonge gerne verdreht)

My Castle is your Castle!

Eine richtig tolle Burg mit vielen Türmen, …

Fallgitter, …

einem Söller, von dem Prinzessinnen runterwinken können, …

einem Adler über dem Burgtor, …

einem „toten“ Schlosshund …

und natürlich einem „kleinen“ Jungen, dem das alles ganz furchtbar sehr gefällt!

Und dann ist sogar auch noch die Sonne rausgekommen!

Das Einzige, das mir abgegangen ist, waren wehende Banner mit lustigen Wappen drauf auf den Türmen…

Das große Rock-of-Cashel-Shooting mit Starphotograph Ulrich

Schaf sehr sexy

Ich durfte dann auch noch 😉

Heidi Klum würde wohl sagen: „Immer der gleiche Gesichtsausdruck, kannst du nicht mal anders dreinschauen als glücklich-entspannt?“

Schafhirte Paddy O’Alpers beim abendlichen Sinnieren

Na, wisst ihr inzwischen auch schon, was das ist? 😉

Abends im Pub…

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Von Bandon nach Cashel

(von Ulrich)

Am Mittwoch, dem 13.7., hieß es Abschied nehmen von Bandon, Rosemarie und John und den Hunden. Das Ziel dieses Tages war Cashel, aber ehe wir diese Richtung einschlagen konnten, mußten wir nochmal nach Macroom ins Internetcafe, Evas Jacke holen (siehe gestrige Geschichte)  Herrliches Wetter, wenig Verkehr, im Hui waren wir in Macroom, wo erwartungsgemäß von „wenig Verkehr“ nicht die Rede sein konnte, wenn es auch nicht so schlimm war wie am vorigen Nachmittag.

Die Jacke lag noch genau da, wo sie gestern liegengeblieben war. Da wir schon mal im Internet-Laden waren, luden wir gleich die nächste Blog-Absonderung hoch; danach machten uns ohne weitere Umschweife wieder auf den Weg. Dieser führte uns über die inzwischen hinreichend besungenen kleinen Straßen und Sträßchen zuerst nach Mallow, wo es in der Stadt eine Burgruine zu bewundern galt (von der Anstrengung des Bewunderns mußten wir uns bei einem Kaffee erholen), dann zur Ruine der Priorei Ballybeg, wo es sich Pferde und Kühe gemeinsam zwischen den Gebäuderesten wohl sein lassen, dann in die nicht weit entfernte Stadt Buttevant. Der für irische Verhältnisse recht absonderliche Name kommt wohl vom französischen „Boutez en avant“ (Treibt voran), einem Wahlspruch/Schlachtruf in der Dynastie der Lords de Barry, denen der Ort im Mittelalter gehörte. Auf Gälisch heißt der Ort Cill na Mallach (Kirche der Flüche) – hübsch, nicht? Wir hätten da sowieso durchfahren müssen, aber wo wir schon mal da waren, haben wir auch der dortigen Klosterruine noch einen Besuch abgestattet.

In Golden, einem Ort ein paar Kilometer vor Cashel, entdeckten wir einen hübschen kleinen Park auf einer Flußinsel – Ehrensache, daß in seiner Mitte die Ruine eines mittelalterlichen Turmes steht…

Und so kamen wir endlich nach Cashel, das übrigens dominiert wird durch einen Hügel voller Rui… äh, da komme ich gleich noch separat drauf zu sprechen.

Zuerst wuselten wir uns durch den Nachmittagsverkehr hindurch zu unserer Pension „Ard Ri House“, die etwas außerhalb der Stadt liegt. Schönes Haus, nette Wirtin, schönes Zimmer, höchst komfortabel usw. Und endlich hatten wir mal ein B&B mit kostenlos nutzbarem WLAN, d.h. endlich nicht mehr der Zirkus mit dem USB-Stick und der Suche nach einem Internet-Café.

Nachdem wir unser Gedöns ins Zimmer verfrachtet und der Frau Wirtin unsere Wünsche für das morgige Frühstück mitgeteilt hatten (das muß man hier immer am Vorabend machen), zogen wir wieder los, um die Stadt anzusehen. Hübsch, wie kleinere irische Städte halt zu sein pflegen (hatte ich schon mal erwähnt, oder?) mit teilweise chaotischen, durch Enge noch verschärften Verkehrsverhältnissen. Und über allem thront der Rock of Cashel, seit vorchristlicher Zeit Königssitz, seit ca. 1100 Bischofssitz; im 18. Jahrhundert wurde dieser von der Kirche auf- und damit dem Verfall preisgegeben. Die verbleibende Bebauung besteht heute weitgehend aus – na was wohl: Ruinen.

Wir umrundeten den Felsen einmal und photographierten, was das frühabendliche Licht noch hergab. Leider ist ein Teil der Gebäude momentan eingerüstet, das sieht nicht schön aus; immerhin haben sie ans Gerüst keine Einbauküchenreklame drangepappt, wie wir es beim Dogenpalast in Venedig im Frühjahr gesehen hatten.

Dieser ersten Tour schloß sich ein Besuch in einem indischen Restaurant an. Dort herrschen, wie’s aussieht, interessante Gebräuche: An der Tür klebt ein Zettel, auf dem die Besucher eingeladen werden, ihren Wein selber mitzubringen. Nichtsdestoweniger kann man sich auch welchen servieren lassen (wie eigentlich überall in Irland, ist der Wein ziemlich ordentlich), was wir taten. Zum Essen gab’s für den Schreiber dieser Zeilen „Chicken Vindaloo“, ein Gericht, das ihm von Esslingen her als scharf bekannt ist, hier aber, um Michael Mittermaier zu zitieren, „luzifermäßig“ gewürzt war. Sehr lecker (leider nicht optimal verträglich). [Anmerkung der ob der Schweißperlen auf Ulrichs Stirn grinsenden Begleiterin: Auch unscharfe indische Sachen sind lecker! :-D)

Nach Heimkehr und Arbeit an Bildern und Blog ging es dann am späten Abend nochmal los. Der Felsen ist nachts angestrahlt und sieht furchtbar toll aus; also Teleobjektiv, Stativ und Reissäckchen eingepackt und, diesmal mit Auto, in seiner näheren und weiteren Umgebung herumgeschlichen und hochspektakuläre Bilder gemacht. Mitternacht war lange vorbei, als wir heimkehrten.

So beendeten wir, etwas bzw. etwas stärker durchgefroren, einen zum Glück nicht ruinösen, aber ziemlich ruinenhaltigen Tag.


(von Eva)

Unsere Reiseroute:

Unsere Reiseroute

Abschied von Rosemarie und John…

und von den Hunden Sam…

und Missie

Typische irische Regionalstraße (so können allerdings auch ausgebaute Nationalstraßen plötzlich mal aussehen)

Das Castle von Macroom bei Sonnenschein 🙂

Macroom: Ein Denkmal für die Gefallenen der IRA (aus der Zeit des irischen Unabhängigkeitskrieges 1916-1922, als die IRA noch die Gesamtheit der irischen Aufständischen gegen die englische Herrschaft darstellte)

Der Uhrturm von Mallow

Irgendein lokaler Lord in Mallow, allerdings sieht er meiner Meinung nach eher wie ein südamerikanischer Diktator aus (der zudem von einer Straßenlaterne erdolcht wurde)

Für alle Lush-Fans: Ein Friseur, der nur Godiva-Shampoo verwendet?

Höchst gefährliche Kirchenruine!

Das Wappen derer von Mallow (hab noch nie ein Wappen gesehen, das mit Hilfe eines Gürtels geschlossen wurde… naja, wers mag…) Man könnte meinen, es sei eine Aufforderung, erstens mehr Jägermeister zu trinken und zweitens den Gürtel enger zu schnallen.

Das hübsche Pförtnerhäuschen des Mallow Castle

Das alte, sehr malerische Mallow Castle

Das etwas neuere, vor wenigen Jahren an Privateigentümer verkaufte Castle

Die Priorei Ballybeg

Zu sehen sind die derzeitigen Bewohner der Priorei bei ihren klösterlichen Verrichtungen

Doch ein letzter, wackerer Mönch verteidigt grimmig lachend die Klosterpforte

Die Verwalterin der Abtei…

blickt milde strafend auf den Eindringling

Die Mönche gaben sich zunächst sehr unnahbar grasend…

oder höchst geschäftig, …

zeigten sich denn aber doch kuschelbedürftig!

Die Klosterruine von Buttevant

Das Photo wär wohl noch stimmiger ohne das Baugerüst in der Ruine…

Das Eeeeeeeehhhhnde naaaaaaaaaaaaht!

Kreuz mit eigenartig an ein Dollarzeichen erinnernden Christus-Initialen

Fehlt da nicht ein Buchstabe?

Turmruine außerhalb von Golden

Die Golden … Bridge

Der Turm dazu

Bierreklame: Wenns im Sommer fuuuuuuuuurchtbar heiß ist, gibt’s das Bier billiger. Man beachte allerdings die Temperaturen, die sich ein irischer Meteorologe als „fierce hot“ vorstellt…

Der erste Blick auf den Rock of Cashel

Der Rock ein bissl näher

Die unterhalb des Rock liegende Ruine der Hore Abbey

Der Rock of Cashel bei Nacht

Ein Auktionshaus, das von Schafen und Kühen geleitet wird? (irgendwie erinnert mich das an Animal Farm)

Freundliches Schild an der Tür des indischen Restaurants –  Wofür bedanken die sich hier eigentlich? Wollen die keinen Wein servieren? Auffällig war in dem Restaurant auch, dass sich der Kellner ständig für alles bedankte, z.B. auch wenn er uns den (bestellten!) Wein hinstellte…

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Gougan Barra und Macroom

(von Ulrich)

Am 12.7. (Dienstag) machten wir auf Rosemaries Empfehlung hin einen Ausflug zum Naturpark Gougan Barra in der Nähe von Macroom.

Wie üblich, ging die Tour erst nach gemächlichem Erwachen und gemütlichem  Frühstück inklusive reichlichem Hundestreicheln und -trösten (wegen des immer noch anhaltenden nachbarlichen Krähen-Verscheuchungs-Geballeres) und insofern nicht vor dem fortgeschrittenen Vormittag los. Warum auch, man ist im Urlaub und nicht auf der Flucht.

Während wir so über die auf Bildern und in der Erinnerung netten, aus gegenwärtiger Autofahrersicht hassenswerten schmalen Landsträßchen dahinfuhren, stand an einer Kurve plötzlich eine fuurchtbar romantische Ruine, die dermaleinst wohl eine Mühle gewesen war. Klar, daß es unvermeidlich war, kurz mal anzuhalten, um dieses Kleinod der Ruinen-Romantik in Augen- und Objektivschein zu nehmen.

Einige Zeit später mußte abermals an einer Ruine gehalten werden (im Dörfchen mit dem unmerkbaren Namen Inchigeelag), einer Kirchenruine diesmal; von außen herrlichste Gotik, nach Informationen der danebenstehenden Informationstafel herrlichste Neogotik aus dem 19. Jahrhundert. Ausnahmsweise ist also der abscheuliche Cromwell mit seinen Truppen unschuldig am Zustand des Gebäudes, sondern das haben die Iren im Bürgerkrieg nach 1922 selber hingekriegt. Die Ruine lag herrlich da im Sonnenschein, umgeben von grasüberwucherten Gräbern auch aus neuerer Zeit, wieder mal herrlichste Ruinenromantik. Inmitten dieser Szenerie saßen ungefähr 7 sehr reizende ältere Damen und zeichneten. Augenscheinlich ein Volkshochschulkurs, und der gutaussehende, sonnengebräunte jüngere bärtige Herr, der zwischen ihnen hin- und herging und Ratschläge erteilte, war offenbar der Lehrer. Alle waren sie sehr nett, plauderten ein bißchen, wenn man vorbeiging, rückten zur Seite, um bessere Aufnahmepositionen zu ermöglichen, und gaben Hinweise auf noch bessere. Richtig schön.

Die Landschaft hat hier nichts mehr von der Schroffheit, die wir in den vorigen Tagen an und in der Nähe der Küste angetroffen haben; alles wirkt (jedenfalls bei schönem Wetter) friedlich, fast möchte man sagen, lieblich. Seenlandschaft wechselt ab mit Wäldern; dabei ist es nicht topfeben, sondern durchaus recht hügelig, aber eben nicht so felsig-zackig.

An einem See liegt der „Zugangsbereich“ des Parks von Gougan Barra. Es gibt dort ein Hotel, eine Gastwirtschaft (zweigeteilt – links Cafeteria, rechts Pub) und einen Andenkenladen. Und dann ist dort ein Wallfahrtsort mit einer Kapelle, denn hier lebte der (später) heilige Finbar im 6./7. Jahrhundert als Eremit, ehe er dem „River Lee“ (der auf seinem Weg zum Atlantik wohl noch zum richtigen Fluß wird, hier aber beim besten Willen nur als Bach bezeichnet werden kann) folgte und nahe seiner Mündung das Kloster Cork gründete (und lt. Hinweistafel die Stadt gleichen Namens – ich halte es allerdings für ausgeschlossen, daß an einem solchen Naturhafen, wie ihn Cork aufweist, nicht schon vorher eine Siedlung, sei sie Stadt oder Dorf, bestanden haben soll) und später dort Bischof wurde.

Die Kapelle ist von erfreulicher Schlichtheit, manch barockes Kirchlein z.B. im alpenländischen Raum könnte sich da ein Beispiel dran nehmen.

Man kann mit dem Auto in den Park fahren, dann kostet’s aber Eintritt (bzw. Einfahrt); zu Fuß kommt man kostenlos hinein. Wir zweigten von der Straße bald auf einen verheißungsvollen Waldweg ab, von diesem wiederum auf einen noch verheißungsvolleren usw. Irgendwann waren wir ziemlich hoch oben und konnten über das bewaldete Tal schauen. Leider hat man dort nicht nur eine schöne Aussicht über ein bewaldetes Tal, sondern auch einen Blick auf sehr stark geschädigte Kiefern, bei denen teilweise ungefähr ein Drittel der Nadeln braun sind. Keine Ahnung, ob daran eine Krankheit schuld ist oder die Umweltverschmutzung (diese ewige Heizerei mit Torf – gesund kann das nicht sein für Mensch, Tier und Baum).

Nach einer schönen Tour waren wir dann wieder unten an der Straße und sahen einen kleinen Schotterweg, der neben ihr herzulaufen schien. Der sah einladender aus als der Asphalt, also marschierten wir darauf zurück. Dummerweise hörte der Weg irgendwann auf, neben der Straße herzulaufen, führte zwar zuerst noch mehr oder weniger in dieselbe Richtung, stellte aber auch diese Tendenz allmählich ein. Uns blieb nichts anderes übrig, als ihm weiter zu folgen, bis wir wieder an seinem Ausgangspunkt landeten. Ein Blick auf die dort angebrachten Übersichtskarten zeigte uns, daß wir uns dem Parkeingang bis ca. 50 Meter genähert hatten, ohne dorthin gelangen zu können, weil dichtes Gestrüpp und ein Bach (Verzeihung: der River Lee) es verhinderten. Also blieb uns nichts übrig, als doch auf der Asphaltstraße zum Auto und zu der gleich dabei befindlichen Cafeteria zurückzutappen. Auf dem Parkplatz vor dieser waren inzwischen 2 oder 3 Busse voll mit ältlichen Pilgerinnen aufgetaucht, die nach Entnahme des heiligen/heilenden Wassers aus der heiligen Quelle des heiligen Finbar sich schnurstracks ins Café begaben und dort bei viel Tee ihre Wallfahr-Erinnerungen (Lourdes, Fatima etc.) austauschten.

Im Café wieder zu Kräften gekommen, machten wir uns auf, der Stadt Macroom noch einen Besuch abzustatten. Das ist eine jener schon gelegentlich beschriebenen landestypischen hübschen kleinen Städte mit bunten Läden, Pubs usw. und wie viele von diesen auch mit einem Problem, hier besonders groß: Eine wichtige Durchgangsstraße geht mitten durch den Ort. Besonders nachmittags wälzt sich eine nichtendenwollende Blechlawine über die Hauptstraße, und auf den engen (teilweise nur wenige Zentimeter breiten) Bürgersteigen ist man seines Lebens nicht sicher. Es gibt dort die Reste eines „Castle“ (Schloß? Burg? Irgendsowas), und das wollten wir anschauen. Man sieht das von Türmen flankierte Tor mit davor aufgebauten Kanonen schon von weitem; man sieht beim Näherkommen auch, daß sich etwas weiter jenseits des Tores eine Autowerkstatt in die Außenmauer eingenistet hat. Kaum hat man das Tor durchschritten, ist allerdings auch schon wieder Schluß mit Schloß, denn dort befindet sich ein Teil der Stadtverwaltung, eine Fachschule, ein Golfplatz (auf dem wir plötzlich recht unvermutet standen), ein Football-Feld und ein Park, und man wird kaum annehmen dürfen, daß sich jenseits all dessen der Mauerring wieder schließt (das wäre ein Riesenschloß!), also ist wohl davon auszugehen, daß der Torbereich und die Mauer bis hin zur Autowerkstatt einfach der letzte erhaltene Rest ist.

Nach einer Weile Herumspazieren im Park kamen wir auf die Idee, man könnte angesichts des schönen Wetters, der vorhandenen Bänke und Tische und des durch glückliches Zusammentreffen gerade im Auto liegenden Laptops doch dieses schöne Ambiente nutzen, um eine Irland-Geschichte zu schreiben, die dann von einem nahegelegenen Internet-Café aus (ich habe übrigens seit vielen Jahren in keinem solchen Etablissement mehr gesessen, bei dem mir aufgefallen wäre, daß man dort tatsächlich Kaffee bekommt) auf die Welt losgelassen werden könnte.

Gesagt, getan.

Viel später, als wir in Bandon aus dem Auto stiegen, erwies sich, daß Evas Strickjacke vergessen hatte, aus dem Internet-Café wieder mitzukommen. Somit war das erste Ziel des morgigen Tages festgelegt.

Der Rest des Abends verlief wie die vorigen zzgl. Bilderanschauens von lustigen Urlauben in agfa-bunter Vorzeit…


(von Eva)

Unsere Reiseroute:

Unsere Reiseroute

Das Haus von John und Rosemarie

Die romantische Mühlenruine

Die Kirchenruine in Inchigeelagh

Ja, das Wetter kann auch in Irland richtig toll sein!

Einer der romantischen Seen an der Straße

Äpfelchen?

An dem Barbecue-Abend haben wir gelernt, was die Farben auf der irischen Fahne bedeuten: Grün steht für die Republik Irland, orange für Nordirland und weiß für den Frieden und die Einigkeit der gesamten irischen Insel. Nebenbei würden die Iren aber zu dem Orange nicht Orange, sondern Gold sagen, naja, is wohl edler oder so…

Die Kapelle des heiligen Finbar in Gougan Barra

Das ist dann wohl die heilige Glocke des heiligen Finbar

In dem See lebt auch ein (wohl nicht heiliges) Drachenmonster

Im Wald von Gougan Barra

Die allgegenwärtigen Fingerhüte

Ein hübscher kleiner Wasserfall

Der River Lee (beeindruckend wie er sich majestätisch durch die Landschaft wälzt, oder?)

Auf dem zwar schönen, aber irgendwie doch doofen Umweg…

Heiliges Schaf des heiligen Finbar (oder ist der Heilige selbst uns in dieser Gestalt erschienen? Ein Zeichen, ein Zeichen!)

Das Castle von Macroom (wir haben dort enttäuschenderweise übrigens keinen einzigen Apple Store gesehen) mit ortstypischem Verkehrschaos

Die Seitenmauer des Castle, man beachte die Geschäftchen inkl. Autowerkstatt in der Schlossmauer! Die hier zu sehende Straße ist eine der großen Verkehrsadern, die den Süden mit dem Westen von Irland verbinden!

Die Schlosswache ist recht entspannt

Das Schlossportal von innen

Brücke über den River Lee, inzwischen ein ganz hübscher Fluss!

Das ist keine moderne Kunst, sondern ein Rhododendron“busch“

Eine Außenmauer des Schlosses, kurz danach standen wir auf einmal auf einem Golfplatz…

Unscharfes Schloss-Häschen

So lässt sichs gemütlich am Blog arbeiten!


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