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Archive for Juli 2011

Von Bandon nach Cashel

(von Ulrich)

Am Mittwoch, dem 13.7., hieß es Abschied nehmen von Bandon, Rosemarie und John und den Hunden. Das Ziel dieses Tages war Cashel, aber ehe wir diese Richtung einschlagen konnten, mußten wir nochmal nach Macroom ins Internetcafe, Evas Jacke holen (siehe gestrige Geschichte)  Herrliches Wetter, wenig Verkehr, im Hui waren wir in Macroom, wo erwartungsgemäß von „wenig Verkehr“ nicht die Rede sein konnte, wenn es auch nicht so schlimm war wie am vorigen Nachmittag.

Die Jacke lag noch genau da, wo sie gestern liegengeblieben war. Da wir schon mal im Internet-Laden waren, luden wir gleich die nächste Blog-Absonderung hoch; danach machten uns ohne weitere Umschweife wieder auf den Weg. Dieser führte uns über die inzwischen hinreichend besungenen kleinen Straßen und Sträßchen zuerst nach Mallow, wo es in der Stadt eine Burgruine zu bewundern galt (von der Anstrengung des Bewunderns mußten wir uns bei einem Kaffee erholen), dann zur Ruine der Priorei Ballybeg, wo es sich Pferde und Kühe gemeinsam zwischen den Gebäuderesten wohl sein lassen, dann in die nicht weit entfernte Stadt Buttevant. Der für irische Verhältnisse recht absonderliche Name kommt wohl vom französischen „Boutez en avant“ (Treibt voran), einem Wahlspruch/Schlachtruf in der Dynastie der Lords de Barry, denen der Ort im Mittelalter gehörte. Auf Gälisch heißt der Ort Cill na Mallach (Kirche der Flüche) – hübsch, nicht? Wir hätten da sowieso durchfahren müssen, aber wo wir schon mal da waren, haben wir auch der dortigen Klosterruine noch einen Besuch abgestattet.

In Golden, einem Ort ein paar Kilometer vor Cashel, entdeckten wir einen hübschen kleinen Park auf einer Flußinsel – Ehrensache, daß in seiner Mitte die Ruine eines mittelalterlichen Turmes steht…

Und so kamen wir endlich nach Cashel, das übrigens dominiert wird durch einen Hügel voller Rui… äh, da komme ich gleich noch separat drauf zu sprechen.

Zuerst wuselten wir uns durch den Nachmittagsverkehr hindurch zu unserer Pension „Ard Ri House“, die etwas außerhalb der Stadt liegt. Schönes Haus, nette Wirtin, schönes Zimmer, höchst komfortabel usw. Und endlich hatten wir mal ein B&B mit kostenlos nutzbarem WLAN, d.h. endlich nicht mehr der Zirkus mit dem USB-Stick und der Suche nach einem Internet-Café.

Nachdem wir unser Gedöns ins Zimmer verfrachtet und der Frau Wirtin unsere Wünsche für das morgige Frühstück mitgeteilt hatten (das muß man hier immer am Vorabend machen), zogen wir wieder los, um die Stadt anzusehen. Hübsch, wie kleinere irische Städte halt zu sein pflegen (hatte ich schon mal erwähnt, oder?) mit teilweise chaotischen, durch Enge noch verschärften Verkehrsverhältnissen. Und über allem thront der Rock of Cashel, seit vorchristlicher Zeit Königssitz, seit ca. 1100 Bischofssitz; im 18. Jahrhundert wurde dieser von der Kirche auf- und damit dem Verfall preisgegeben. Die verbleibende Bebauung besteht heute weitgehend aus – na was wohl: Ruinen.

Wir umrundeten den Felsen einmal und photographierten, was das frühabendliche Licht noch hergab. Leider ist ein Teil der Gebäude momentan eingerüstet, das sieht nicht schön aus; immerhin haben sie ans Gerüst keine Einbauküchenreklame drangepappt, wie wir es beim Dogenpalast in Venedig im Frühjahr gesehen hatten.

Dieser ersten Tour schloß sich ein Besuch in einem indischen Restaurant an. Dort herrschen, wie’s aussieht, interessante Gebräuche: An der Tür klebt ein Zettel, auf dem die Besucher eingeladen werden, ihren Wein selber mitzubringen. Nichtsdestoweniger kann man sich auch welchen servieren lassen (wie eigentlich überall in Irland, ist der Wein ziemlich ordentlich), was wir taten. Zum Essen gab’s für den Schreiber dieser Zeilen „Chicken Vindaloo“, ein Gericht, das ihm von Esslingen her als scharf bekannt ist, hier aber, um Michael Mittermaier zu zitieren, „luzifermäßig“ gewürzt war. Sehr lecker (leider nicht optimal verträglich). [Anmerkung der ob der Schweißperlen auf Ulrichs Stirn grinsenden Begleiterin: Auch unscharfe indische Sachen sind lecker! :-D)

Nach Heimkehr und Arbeit an Bildern und Blog ging es dann am späten Abend nochmal los. Der Felsen ist nachts angestrahlt und sieht furchtbar toll aus; also Teleobjektiv, Stativ und Reissäckchen eingepackt und, diesmal mit Auto, in seiner näheren und weiteren Umgebung herumgeschlichen und hochspektakuläre Bilder gemacht. Mitternacht war lange vorbei, als wir heimkehrten.

So beendeten wir, etwas bzw. etwas stärker durchgefroren, einen zum Glück nicht ruinösen, aber ziemlich ruinenhaltigen Tag.


(von Eva)

Unsere Reiseroute:

Unsere Reiseroute

Abschied von Rosemarie und John…

und von den Hunden Sam…

und Missie

Typische irische Regionalstraße (so können allerdings auch ausgebaute Nationalstraßen plötzlich mal aussehen)

Das Castle von Macroom bei Sonnenschein 🙂

Macroom: Ein Denkmal für die Gefallenen der IRA (aus der Zeit des irischen Unabhängigkeitskrieges 1916-1922, als die IRA noch die Gesamtheit der irischen Aufständischen gegen die englische Herrschaft darstellte)

Der Uhrturm von Mallow

Irgendein lokaler Lord in Mallow, allerdings sieht er meiner Meinung nach eher wie ein südamerikanischer Diktator aus (der zudem von einer Straßenlaterne erdolcht wurde)

Für alle Lush-Fans: Ein Friseur, der nur Godiva-Shampoo verwendet?

Höchst gefährliche Kirchenruine!

Das Wappen derer von Mallow (hab noch nie ein Wappen gesehen, das mit Hilfe eines Gürtels geschlossen wurde… naja, wers mag…) Man könnte meinen, es sei eine Aufforderung, erstens mehr Jägermeister zu trinken und zweitens den Gürtel enger zu schnallen.

Das hübsche Pförtnerhäuschen des Mallow Castle

Das alte, sehr malerische Mallow Castle

Das etwas neuere, vor wenigen Jahren an Privateigentümer verkaufte Castle

Die Priorei Ballybeg

Zu sehen sind die derzeitigen Bewohner der Priorei bei ihren klösterlichen Verrichtungen

Doch ein letzter, wackerer Mönch verteidigt grimmig lachend die Klosterpforte

Die Verwalterin der Abtei…

blickt milde strafend auf den Eindringling

Die Mönche gaben sich zunächst sehr unnahbar grasend…

oder höchst geschäftig, …

zeigten sich denn aber doch kuschelbedürftig!

Die Klosterruine von Buttevant

Das Photo wär wohl noch stimmiger ohne das Baugerüst in der Ruine…

Das Eeeeeeeehhhhnde naaaaaaaaaaaaht!

Kreuz mit eigenartig an ein Dollarzeichen erinnernden Christus-Initialen

Fehlt da nicht ein Buchstabe?

Turmruine außerhalb von Golden

Die Golden … Bridge

Der Turm dazu

Bierreklame: Wenns im Sommer fuuuuuuuuurchtbar heiß ist, gibt’s das Bier billiger. Man beachte allerdings die Temperaturen, die sich ein irischer Meteorologe als „fierce hot“ vorstellt…

Der erste Blick auf den Rock of Cashel

Der Rock ein bissl näher

Die unterhalb des Rock liegende Ruine der Hore Abbey

Der Rock of Cashel bei Nacht

Ein Auktionshaus, das von Schafen und Kühen geleitet wird? (irgendwie erinnert mich das an Animal Farm)

Freundliches Schild an der Tür des indischen Restaurants –  Wofür bedanken die sich hier eigentlich? Wollen die keinen Wein servieren? Auffällig war in dem Restaurant auch, dass sich der Kellner ständig für alles bedankte, z.B. auch wenn er uns den (bestellten!) Wein hinstellte…

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Gougan Barra und Macroom

(von Ulrich)

Am 12.7. (Dienstag) machten wir auf Rosemaries Empfehlung hin einen Ausflug zum Naturpark Gougan Barra in der Nähe von Macroom.

Wie üblich, ging die Tour erst nach gemächlichem Erwachen und gemütlichem  Frühstück inklusive reichlichem Hundestreicheln und -trösten (wegen des immer noch anhaltenden nachbarlichen Krähen-Verscheuchungs-Geballeres) und insofern nicht vor dem fortgeschrittenen Vormittag los. Warum auch, man ist im Urlaub und nicht auf der Flucht.

Während wir so über die auf Bildern und in der Erinnerung netten, aus gegenwärtiger Autofahrersicht hassenswerten schmalen Landsträßchen dahinfuhren, stand an einer Kurve plötzlich eine fuurchtbar romantische Ruine, die dermaleinst wohl eine Mühle gewesen war. Klar, daß es unvermeidlich war, kurz mal anzuhalten, um dieses Kleinod der Ruinen-Romantik in Augen- und Objektivschein zu nehmen.

Einige Zeit später mußte abermals an einer Ruine gehalten werden (im Dörfchen mit dem unmerkbaren Namen Inchigeelag), einer Kirchenruine diesmal; von außen herrlichste Gotik, nach Informationen der danebenstehenden Informationstafel herrlichste Neogotik aus dem 19. Jahrhundert. Ausnahmsweise ist also der abscheuliche Cromwell mit seinen Truppen unschuldig am Zustand des Gebäudes, sondern das haben die Iren im Bürgerkrieg nach 1922 selber hingekriegt. Die Ruine lag herrlich da im Sonnenschein, umgeben von grasüberwucherten Gräbern auch aus neuerer Zeit, wieder mal herrlichste Ruinenromantik. Inmitten dieser Szenerie saßen ungefähr 7 sehr reizende ältere Damen und zeichneten. Augenscheinlich ein Volkshochschulkurs, und der gutaussehende, sonnengebräunte jüngere bärtige Herr, der zwischen ihnen hin- und herging und Ratschläge erteilte, war offenbar der Lehrer. Alle waren sie sehr nett, plauderten ein bißchen, wenn man vorbeiging, rückten zur Seite, um bessere Aufnahmepositionen zu ermöglichen, und gaben Hinweise auf noch bessere. Richtig schön.

Die Landschaft hat hier nichts mehr von der Schroffheit, die wir in den vorigen Tagen an und in der Nähe der Küste angetroffen haben; alles wirkt (jedenfalls bei schönem Wetter) friedlich, fast möchte man sagen, lieblich. Seenlandschaft wechselt ab mit Wäldern; dabei ist es nicht topfeben, sondern durchaus recht hügelig, aber eben nicht so felsig-zackig.

An einem See liegt der „Zugangsbereich“ des Parks von Gougan Barra. Es gibt dort ein Hotel, eine Gastwirtschaft (zweigeteilt – links Cafeteria, rechts Pub) und einen Andenkenladen. Und dann ist dort ein Wallfahrtsort mit einer Kapelle, denn hier lebte der (später) heilige Finbar im 6./7. Jahrhundert als Eremit, ehe er dem „River Lee“ (der auf seinem Weg zum Atlantik wohl noch zum richtigen Fluß wird, hier aber beim besten Willen nur als Bach bezeichnet werden kann) folgte und nahe seiner Mündung das Kloster Cork gründete (und lt. Hinweistafel die Stadt gleichen Namens – ich halte es allerdings für ausgeschlossen, daß an einem solchen Naturhafen, wie ihn Cork aufweist, nicht schon vorher eine Siedlung, sei sie Stadt oder Dorf, bestanden haben soll) und später dort Bischof wurde.

Die Kapelle ist von erfreulicher Schlichtheit, manch barockes Kirchlein z.B. im alpenländischen Raum könnte sich da ein Beispiel dran nehmen.

Man kann mit dem Auto in den Park fahren, dann kostet’s aber Eintritt (bzw. Einfahrt); zu Fuß kommt man kostenlos hinein. Wir zweigten von der Straße bald auf einen verheißungsvollen Waldweg ab, von diesem wiederum auf einen noch verheißungsvolleren usw. Irgendwann waren wir ziemlich hoch oben und konnten über das bewaldete Tal schauen. Leider hat man dort nicht nur eine schöne Aussicht über ein bewaldetes Tal, sondern auch einen Blick auf sehr stark geschädigte Kiefern, bei denen teilweise ungefähr ein Drittel der Nadeln braun sind. Keine Ahnung, ob daran eine Krankheit schuld ist oder die Umweltverschmutzung (diese ewige Heizerei mit Torf – gesund kann das nicht sein für Mensch, Tier und Baum).

Nach einer schönen Tour waren wir dann wieder unten an der Straße und sahen einen kleinen Schotterweg, der neben ihr herzulaufen schien. Der sah einladender aus als der Asphalt, also marschierten wir darauf zurück. Dummerweise hörte der Weg irgendwann auf, neben der Straße herzulaufen, führte zwar zuerst noch mehr oder weniger in dieselbe Richtung, stellte aber auch diese Tendenz allmählich ein. Uns blieb nichts anderes übrig, als ihm weiter zu folgen, bis wir wieder an seinem Ausgangspunkt landeten. Ein Blick auf die dort angebrachten Übersichtskarten zeigte uns, daß wir uns dem Parkeingang bis ca. 50 Meter genähert hatten, ohne dorthin gelangen zu können, weil dichtes Gestrüpp und ein Bach (Verzeihung: der River Lee) es verhinderten. Also blieb uns nichts übrig, als doch auf der Asphaltstraße zum Auto und zu der gleich dabei befindlichen Cafeteria zurückzutappen. Auf dem Parkplatz vor dieser waren inzwischen 2 oder 3 Busse voll mit ältlichen Pilgerinnen aufgetaucht, die nach Entnahme des heiligen/heilenden Wassers aus der heiligen Quelle des heiligen Finbar sich schnurstracks ins Café begaben und dort bei viel Tee ihre Wallfahr-Erinnerungen (Lourdes, Fatima etc.) austauschten.

Im Café wieder zu Kräften gekommen, machten wir uns auf, der Stadt Macroom noch einen Besuch abzustatten. Das ist eine jener schon gelegentlich beschriebenen landestypischen hübschen kleinen Städte mit bunten Läden, Pubs usw. und wie viele von diesen auch mit einem Problem, hier besonders groß: Eine wichtige Durchgangsstraße geht mitten durch den Ort. Besonders nachmittags wälzt sich eine nichtendenwollende Blechlawine über die Hauptstraße, und auf den engen (teilweise nur wenige Zentimeter breiten) Bürgersteigen ist man seines Lebens nicht sicher. Es gibt dort die Reste eines „Castle“ (Schloß? Burg? Irgendsowas), und das wollten wir anschauen. Man sieht das von Türmen flankierte Tor mit davor aufgebauten Kanonen schon von weitem; man sieht beim Näherkommen auch, daß sich etwas weiter jenseits des Tores eine Autowerkstatt in die Außenmauer eingenistet hat. Kaum hat man das Tor durchschritten, ist allerdings auch schon wieder Schluß mit Schloß, denn dort befindet sich ein Teil der Stadtverwaltung, eine Fachschule, ein Golfplatz (auf dem wir plötzlich recht unvermutet standen), ein Football-Feld und ein Park, und man wird kaum annehmen dürfen, daß sich jenseits all dessen der Mauerring wieder schließt (das wäre ein Riesenschloß!), also ist wohl davon auszugehen, daß der Torbereich und die Mauer bis hin zur Autowerkstatt einfach der letzte erhaltene Rest ist.

Nach einer Weile Herumspazieren im Park kamen wir auf die Idee, man könnte angesichts des schönen Wetters, der vorhandenen Bänke und Tische und des durch glückliches Zusammentreffen gerade im Auto liegenden Laptops doch dieses schöne Ambiente nutzen, um eine Irland-Geschichte zu schreiben, die dann von einem nahegelegenen Internet-Café aus (ich habe übrigens seit vielen Jahren in keinem solchen Etablissement mehr gesessen, bei dem mir aufgefallen wäre, daß man dort tatsächlich Kaffee bekommt) auf die Welt losgelassen werden könnte.

Gesagt, getan.

Viel später, als wir in Bandon aus dem Auto stiegen, erwies sich, daß Evas Strickjacke vergessen hatte, aus dem Internet-Café wieder mitzukommen. Somit war das erste Ziel des morgigen Tages festgelegt.

Der Rest des Abends verlief wie die vorigen zzgl. Bilderanschauens von lustigen Urlauben in agfa-bunter Vorzeit…


(von Eva)

Unsere Reiseroute:

Unsere Reiseroute

Das Haus von John und Rosemarie

Die romantische Mühlenruine

Die Kirchenruine in Inchigeelagh

Ja, das Wetter kann auch in Irland richtig toll sein!

Einer der romantischen Seen an der Straße

Äpfelchen?

An dem Barbecue-Abend haben wir gelernt, was die Farben auf der irischen Fahne bedeuten: Grün steht für die Republik Irland, orange für Nordirland und weiß für den Frieden und die Einigkeit der gesamten irischen Insel. Nebenbei würden die Iren aber zu dem Orange nicht Orange, sondern Gold sagen, naja, is wohl edler oder so…

Die Kapelle des heiligen Finbar in Gougan Barra

Das ist dann wohl die heilige Glocke des heiligen Finbar

In dem See lebt auch ein (wohl nicht heiliges) Drachenmonster

Im Wald von Gougan Barra

Die allgegenwärtigen Fingerhüte

Ein hübscher kleiner Wasserfall

Der River Lee (beeindruckend wie er sich majestätisch durch die Landschaft wälzt, oder?)

Auf dem zwar schönen, aber irgendwie doch doofen Umweg…

Heiliges Schaf des heiligen Finbar (oder ist der Heilige selbst uns in dieser Gestalt erschienen? Ein Zeichen, ein Zeichen!)

Das Castle von Macroom (wir haben dort enttäuschenderweise übrigens keinen einzigen Apple Store gesehen) mit ortstypischem Verkehrschaos

Die Seitenmauer des Castle, man beachte die Geschäftchen inkl. Autowerkstatt in der Schlossmauer! Die hier zu sehende Straße ist eine der großen Verkehrsadern, die den Süden mit dem Westen von Irland verbinden!

Die Schlosswache ist recht entspannt

Das Schlossportal von innen

Brücke über den River Lee, inzwischen ein ganz hübscher Fluss!

Das ist keine moderne Kunst, sondern ein Rhododendron“busch“

Eine Außenmauer des Schlosses, kurz danach standen wir auf einmal auf einem Golfplatz…

Unscharfes Schloss-Häschen

So lässt sichs gemütlich am Blog arbeiten!


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Midleton

(von Ulrich)

Am Montag, dem 11.7., nutzten wir erst einmal aus, daß niemand mit dem Frühstück auf uns wartete, und ließen uns Zeit mit dem Aufstehen. Das tat mal gut. Auch die Tatsache, dass es „nur“ Cornflakes und Toast + Marmelade gab und uns niemand Speck o.ä. aufdrängte, war mal wieder sehr angenehm!

Das Ziel des Tages hieß Midleton. Das ist eine kleine Stadt östlich von Cork, in der die Jameson-Whiskeybrennerei beheimatet ist. Neben dem neuen Betriebsgelände gibt es noch die alte, seit Olims Zeiten bis 1975 verwendete Fabrik, die nach gründlicher Renovierung dazu dient, daß unter dem erschreckend dämlichen Namen „The Jameson Experience“ Besucher gegen einen nicht übermäßig bescheidenen Eintritt über die Kunst der Whiskey-Herstellung informiert und ihnen Produkte und Devotionalien des Hauses feilgeboten werden. Der Schreiber dieser Zeilen war seit 5 Jahren nicht mehr dortgewesen – höchste Zeit also, die verstaubten Kenntnisse wieder einmal aufzufrischen.

Die Fahrt war unspektakulär. Die Vorliebe der hiesigen Verkehrsplaner für Kreisel kann einem ziemlich auf die Nerven gehen, spätestens wenn mehrspurige Kreisel (gern auch noch mit Ampeln) in Kombination mit unlogischer, zu später oder anderweitig unzureichender Beschilderung auftreten. Zum Glück sind die meisten Autofahrer hier ziemlich geduldig…

Midleton ist eine ganz hübsche Stadt, leider aus Autofahrersicht etwas anstrengend. Das liegt einerseits daran, daß erheblicher Durchgangsverkehr sich durch ihre Hauptstraße wälzt (ein großes bis sehr großes Problem in vielen Städten hier, ich komme sicher noch öfter drauf), andererseits an einem üblen Mangel an Hinweisschildern. Z.B. auf die „Jameson Experience“ (blöder Name, nicht?), die eine der größten Attraktionen für auswärtige Besucher sein dürfte, weist ein Hinweisschild erst direkt an der Zufahrtsstraße hin… Und selbst da steht es so weit zurückgesetzt, daß man es eigentlich erst dann sieht, wenn man mit Rücksicht auf nachfolgenden Verkehr nicht mehr so scharf bremsen kann, daß man die Abbiegung noch schafft. Zum Glück stellte sich beim Schreiber dieser Zeilen die Erinnerung an den Ort gerade noch so rechtzeitig ein, daß er des Schildes nicht bedurfte und ohne Gefährdung anderer auf die Zielgerade einbog. Ebendort begegnete uns der erste – wahrscheinlich kontinentale – Geisterfahrer unserer Tour, der uns zudem auch noch empört anglotzte, als wir nicht von der linken Straßenseite weichen wollten (wohl doch ein bisschen zu viel Whiskey verkostet?..)

Jetzt waren wir zwar bei Jamesons vor der Tür, aber zunächst mal gelüstete es uns nach einem Käffchen und einem Internet-Café, um die Welt mit neuen Bildern und Geschichten zu beglücken. Also gingen wir durch die Hauptstraße und musterten die Läden nach irgendeinem Hinweis auf Internet-Zugang (Kaffee war unproblematisch, es gibt sehr viele Bars). Leider vergeblich, wir sahen nur ein recht heruntergekommenes Etablissement mit ein paar Rechnern im hinteren Bereich, an denen Zettel klebten, daß das Anschließen von USB-Sticks unerwünscht sei. Pech, so war leider kein Geschäft mit uns zu machen.

Die Hauptstraße einmal ganz runter, eine Nebenstraße (am lokalen Fließgewässer entlang, halbwegs hübsch) wieder rauf, dann steuerten wir eine Bar an und tranken 2 Espresso (jeder einen). Der Espresso ist hierzulande übrigens durchweg sehr ordentlich (gelegentlich mit leichter Tendenz zu „Marke Herztod“). Ich fragte die Dame in der Bar (ich nenne sie mal nicht „Bardame“), ob sie von einem öffentlichen Internet-Zugang am Ort wisse. Sie empfahl uns die Stadtbücherei, ein paar Häuser weiter. Klar, man hätte drauf kommen können, daß es auch zivilisierte Länder gibt, in denen öffentliche und private Einrichtungen öffentlichen Internet-Zugang anbieten können, ohne, im Gegensatz etwa zu Deutschland, mit mindestens einem Bein (des Geschäftsführers o.dgl.) vor dem Kadi zu stehen…

Hinein in die Bibliothek, eine recht „übersichtliche“, im wesentlichen aus einem Raum bestehende. Da lockten ein paar Rechner, die nach Internet aussahen. Die nette Dame an der Theke meinte, die seien zwar eigentlich nur für registrierte Benutzer, aber wir dürften sie ausnahmsweise auch benutzen. So war das Blog weitergekommen (trotz altem Internet-Explorer und doofem Minibildschirm, der das Ganze etwas mühselig machte), Kaffee hatten wir auch gehabt – jetzt waren wir bereit für die „Jameson Experience“ (nee, wie blöd, der Name).

Mit schlappen 13 Euro pro Nase waren wir dabei (es wäre interessant, ob die Marketing-Abteilung von Jameson ein Ausgabe- oder ein Einnahmeposten ist). Nach deren Entrichtung lungerten wir bis zum Beginn der nächsten Führung im Shop herum und freuten uns an den vielen Jameson-Dingen, die wir nicht zu kaufen brauchten (Golfbälle, Flachmänner, Kleidungsstücke, Hüte…)

Gerade als die Führung beginnen sollte, drängte sich eine Gruppe von vielleicht 20-25 Leuten zur Tür herein, offenbar eine Busladung. Einige Minuten geschah nichts Erkennbares, dann erschien eine Dame und verkündete auf Deutsch, die deutsche Führung beginne jetzt. Die Gruppe sammelte sich alsbald, und auch wir stellten uns dazu – schließlich hatte niemand gesagt, das sei eine Exklusiv-Führung für die angemeldete Gruppe. Es erwies sich übrigens, daß die Gruppe aus Wien war, nicht frei von Peinlichkeit, wie solche Gruppen wohl immer sind, aber doch mäßig; ich habe eigentlich nichts gehört, um dessentwillen ich mich hätte fremdschämen müssen, wären das meine Landsleute gewesen (nicht so wie neulich die muntere Corona von Deutschländern in Tralee im Pub).

Die Führung lief ziemlich zügig (ich hatte sie länger in Erinnerung), aber etliche Österreicher und wir wissen jetzt, wie man Whiskey macht, worin sich irischer Whiskey vom schottischem und amerikanischem unterscheidet (irischer wird dreimal destilliert, schottischer zweimal, amerikanischer einmal; beim schottischen wird das Gerstenmalz über offenem Torffeuer getrocknet, beim irischen ohne Kontakt mit dem Rauch, außerdem mit Anthrazit anstatt Torf, beim amerikanischen weiß ich’s nicht; irischer – und wohl auch schottischer – reift in alten Portwein-, Sherry- oder Bourbon-Fässern, für den amerikanischen werden neue Fässer verwendet), was der Engels-Anteil ist (der Teil, der im Laufe der 4- bis 20-jährigen Reifung verdunstet), in welchem Haus der jetzige Brennmeister „geboren und gewuchst“ ist (nett, nicht wahr? Die Führerin sprach eigentlich gut Deutsch, aber gelegentlich kam ihr so etwas unter) und vieles andere mehr. Am Ende gab es für jeden ein Glas Whiskey, pur, mit Eis <naja>, mit Wasser <schauder> oder mit Preiselbeersaft <ganz annehmbar bzw. gefährlich lecker – aber ich bleibe doch lieber beim ganz puren ohne irgendwelche Fremdstoffe>.

Dem erfolgreichen Lernen folgte das Fiasko des Tages. Nachdem ich neulich mal geäußert hatte, daß ich unbedingt einmal Fish & Chips essen müsse, lud Eva mich auf diese insulare Delikatesse ein. Auf der Hauptstraße gab es einen Laden, in dem man so etwas bekam; also hinein! Es handelte sich, wie an mehreren Stellen im Innern ausgehängt, lt. einem Test der örtlichen katholischen Jugend um „Midleton’s best chipper“, zumindest die Pommes versprachen also einen exzeptionellen Genuß. Im Wettbewerb um den Titel „Midleton’s friendliest chipper“ müssen sie knapp unterlegen sein, die Tante hinter der Theke glänzte durch ausgesuchte Muffeligkeit. Mit Fish & Chips unterm Arm und Hunger im Bauch eilten wir zurück zur „Experience“, in deren Nachbarschaft ein kleiner Park liegt, dessen Bänke zum Verspeisen der erstandenen Köstlichkeiten wie gemacht schienen. Oh je! Der Fisch schmeckte nach nichts, offenbar war weder das verblichene Tier noch die Panade jemals mit irgendeiner Würz-Substanz in Berührung gekommen; man hätte das ganze Ding mit Marmelade bestreichen können, ohne daß es zu geschmacklichen Ungereimtheiten gekommen wäre. Die Pommes hatten dafür des Salzes etwas zu viel, schienen im übrigen nach englischem Rezept zubereitet worden zu sein; vor vielen Jahren haben zwei Freunde und ich auf einem England-Urlaub beschlossen, diese Nahrungsmittel nur noch als „Fettschwämmchen“ zu bezeichnen. Okay, was den Geschmack betrifft – die Muffeltante hatte uns außer Salz auch noch Essig angeboten, vielleicht hätte der dem Fisch eine persönliche Note gegeben… Unentwegt an arme Negerkinder denkend (insbesondere daran, daß denen nicht geholfen ist, wenn wir ungesund leben), stopften wir einen nicht unwesentlichen Teil des Festmahls in den Müllkübel neben der Parkbank und fuhren mürrisch unserer Wege.

Jetzt mußte alternative Nahrung her, insbesondere für Eva, die sich dem Fisch-und-Pommes-Genuß konsequenter verweigert hatte als ich. Also fielen wir im nächsten Supermarkt in die Obstabteilung ein. Die darauf folgende Suche nach einem schönen Platz am Meer war schwierig, weil – wie schon erwähnt – die Ausschilderung in Midleton miserabel ist und zu den Orten bzw. Straßen, die auf der Karte standen und dort nett auszusehen versprachen, einfach keine Hinweisschilder existierten; überdies war starker Verkehr. Aber irgendwann war auch dieses Problem gelöst, und wir fanden uns auf einem hübschen kleinen Platz in einem hübschen kleinen Dorf an einer Meeresbucht (schade nur, daß öfter Lastwagen vorbeigepoltert kamen). Die Sonne, die sich zuvor sehr rar gemacht hatte, kam jetzt auch heraus, und alles war wunderbar.

Der Abend war schön wie gehabt – Zusammenhocken mit der örtlichen Verwandtschaft mit gemeinsamer Vernichtung von Wein und Whiskey… 🙂


(von Eva)

Unsere Reiseroute:

Unsere Reiseroute

Rosemarie und ihr sehrsehr süßer Hund Sam (ein benachbarter Bauer hat zum Verscheuchen der Krähen von seinem Gerstenfeld einen Böller installiert, der das arme Tier in Angst und Schrecken versetzt hat)

Midleton: Die hiesigen Damen dürften von ausgesprochener Schönheit sein!

Ein Schönheitssalon für Zombies?

Nur was für harte Fälle…

Die öffentliche Bibliothek mit der netten Bibliothekarin 🙂

Ulrich am Beginn der „Jameson Experience“

Ich bei einer großen Brennblase (Brandblase?)

Ein alter Jameson-Laster

Das große, für das Whiskeybrennen ganz furchtbar wichtige Wasserrad

Riesige Fässer, die sog. Wash enthalten, ein Anfangsstadium der Whiskeyproduktion (irgendwas mit gärender Gerste)

Ein Wägelchen der eigenen Jameson-Feuerwehr

Fässer, in denen der Whiskey reift

Interessante Anleitung zur ersten Hilfe bei Stromunfällen (wieso eigentlich nicht bei Alkohol-Intoxikation?), leider stand keine Jahreszahl dabei: Anfangs alles wie gewohnt, Verletzten vom Strom weg und so, aber dann sollte der Patient in Bauchlage gelagert und durch Druck auf den unteren Rippenabschnitt beatmet werden… Na, wenn das mal gut gegangen ist…

Drache und ich auf einem Whiskeyfass

Schaf und Drache beim Whiskeyverkosten (links in der für Mädchen trinkbaren Form mit Cranberry Juice, rechts straight für echte Männer bzw. Drachen ;->)

Bei unserem zweiten Mittagessen, nach ein paar Vitaminen vor dem plötzlichen Verfetten gerettet!

Auf der anderen Straßenseite: Mäßig originelle Architektenleistung und ein Pub am Meeresufer

Ballinrostig is ja schon ein cooler Ortsname…

…noch witziger find ichs allerdings, dass die dort auch noch einen Oldtimer-Club haben!

Bei Rosemarie: Kuschelhund Missie auf einem ihrer Lieblingsplätze

Rosemaries Bruder Normie, seine Frau Ann und ich

Missie hats geschafft, sich den ganzen Abend lang in den Mittelpunkt zu kuscheln!

Rosemarie beim Ausschenken einiger „Tropfen“ Whiskey

Rosemaries Mann John

Missie bewacht das Whiskeyglas ihres Herrchens

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(von Ulrich)

Am 10.7., einem Sonntag, verließen wir Skibbereen, um in Bandon weitere Verwandtschaft abzuklappern. Das Wetter war trocken, aber leider stark bewölkt, Sonnenschein war Mangelware. Immerhin trocken, man ist ja bescheiden. Unser erstes Ziel war der Steinkreis von Drumbeg, den Ronnie uns auf der letzten Tour vor 5 Jahren gezeigt hat. Das Fahren war in den Ortsdurchfahrten teilweise mäßig lustig, weil in der Umgebung der Kirchen (Sonntag!) die Straßen vor lauter geparkten Autos schwer passierbar waren. Nach einigen winkelig-kurvigen Kilometern lag er vor uns, der Steinkreis. Sozusagen ein Kreis von Steinen, verschieden hoch, angelegt – ganz grob gesagt – um die Zeit von Christi Geburt, bei dem die verschieden hohen Steine teilweise eine Funktion hatten (am Tag der Wintersonnenwende fällt der Strahl der aufgehenden Sonne [sofern sie an diesem Tage scheint, was mit einer Wahrscheinlichkeit deutlich unter 100% der Fall sein dürfte] zwischen den höchsten Steinen A und B, die eine Art Portal zu dem Kreis bilden,  genau auf den gegenüber querliegenden Stein X, der mehrere wohlplazierte Mulden für irgendwas zu Opferndes aufweist usw.). Eine etwas bessere Dokumentation oder zumindest bessere Lesbarkeit der vorhandenen Tafeln wäre wünschenswert gewesen. Unweit des Steinkreises befanden sich weitere Einrichtungen wohl eher etwas profanerer Natur, nämlich erstens Reste eines kleinen Gebäudes, das wohl so eine Art „Pub zum Steinkreis“ (Pub zum lustigen Druiden) darstellte, und zweitens eines Gebäudes, in dem gekocht wurde (die Wissenschaft hat festgestellt, daß hier in einem in den Boden eingelassenen Bassin mittels hineingeworfener Steine, die vorher im Feuer erhitzt worden waren, eine dreistellige Anzahl an Litern Wasser in einer recht kurzen Zeit zum Kochen gebracht werden konnte). (Ein Topf Wasser hätte wohl mit einer weitaus geringeren Anzahl Steine in weitaus kürzerer Zeit zum Kochen gebracht werden können und die enthaltene Suppe hätte weniger erdig geschmeckt – aber was kümmert das die Wissenschaft?) Interessant, wenn auch – zumal bei bewölktem Himmel – unspektakulär zu photographieren.

Weiter ging es nach Clonakilty, einer netten kleinen Küstenstadt, die besonders bei sonnigem Wetter sehr bunt daherkommt und allein schon deswegen sehenswert ist. Es war zwar nicht sonnig, aber trotzdem ganz nett. Besonders nett war ein Café, in dem es kostenloses WLAN gab (was man hier gerne hat – beneidenswert), und in dem wir bei einer Tasse Kaffee unseren Blog-Pflichten von vorgestern nachkommen konnten.

Nächste Station war Timoleague (durchgefahren sind wir rein zufällig, Ulrich meinte dann, sich irgendwie dunkel an den Namen zu erinneren – & zack war auch schon die Ruine aufgetaucht), wo es eine interessante Ruine eines Franziskanerklosters gibt (Cromwells Soldateska hat im 17. Jahrhundert dem jahrhundertealten Klosterleben endgültig ein Ende gemacht); fast das gesamte Areal (bis auf die Bibliothek) wird jetzt als Friedhof benutzt. In diesem Ort wurden wir kurzzeitig von einer struppigen Hündin adoptiert; aber es war glücklicherweise nicht die ganz große Liebe, so fiel der Abschied nicht allzu schwer. Das Photo-Wetter war grausig, die resultierenden Photos fallen (auch motivmäßig) eher in die Kategorie „Gothic“.

Jetzt fuhren wir nach Kinsale, einem ziemlich mondänen Yachthafen, den der Schreiber dieser Zeilen so ein bißchen Riviera-artig in Erinnerung hatte; mit dem Niedergang des irischen Tourismus ist es auch mit dem Snobismus vorbei hier. Es war trotzdem furchtbar viel los, weil an diesem Wochenende irgendein Jahrmarkt war. Schon vor dem Ort fielen die Reihen von parkenden Autos am Straßenrand auf; wir passierten sie und landeten alsbald in einem gigantischen Stau, in dem wir uns bis zum Ortsende schoben. Dort fand sich ein Parkplätzchen und wir stürzten uns ins Vergnügen. Naja, insgesamt war das Zuschauen bzw. -hören ganz lustig (ganz schön viele „Alternative“ unter dem Volk), die Preise aber ganz schön hoch (eine Eiskugel 2 Euro und dabei von höchst durchschnittlicher Qualität) und nach einem Stündchen hats uns dann auch wieder gereicht. Aber schon sehr hübsch anzusehen, was da so veranstaltet wurde.

Irgendwie, auf verschlungenen Pfaden hintenrum, schlichen wir uns dann Richtung Bandon davon, ohne nochmals durch die Stadt zu müssen. Und erreichten tatsächlich Bandon, fanden die richtige Ausfallstraße, fuhren (wie es dem Schreiber dieser Zeilen bislang jedesmal ergangen ist) an der Straße, die nach Kilbeg North hineinführt, vorbei, was aber in einer Minute korrigiert war, und waren am Ziel dieses Tages angekommen. Dabei ist nicht zu vergessen, dass das sprechende Navi namens Eva, das der Schreiber dieser Zeilen bei sich zu haben pflegt, leider kein ausreichendes Kartenmaterial zur Verfügung hatte: Auf dem Google-Maps-Ausdruck befand sich die Zielmarke im (geografischen) Ortszentrum von Bandon, nicht auf dem Hof von John und Rosemarie, zu dem wir unterwegs waren… Genau bis zu diesem fiktiven Punkt gabs denn auch keine Umwege… Bei der Ankunft wurden wir von den Haushunden Missy, Sam und der scheuen Winnie stürmisch begrüßt und haben erneut „only a salad“ (seeehr lecker) bekommen. Der Abend klang mit nettem Geplaudere, viel Streicheln vom Kuschelhund Missy und einem ganz gepflegten „Tropfen“ Whiskey bzw. Wein aus…


(von Eva)

Unsere Reiseroute:

Unsere Reiseroute

Auf dem Weg zum Steinkreis: Jenseits dieses Schildes gilt offenbar „Farmrecht“, was immer das auch bedeuten mag (als Strafe fürs Betreten 3 Stunden Stall ausmisten? Kühe melken??)

Der Wachdruide am Steinkreis steht mit seiner Kamera bereit!

Im Steinkreis tanzt eine eigenartige Lach- und Kicherdruidin ihre eigenartigen Steinkreis-Tänze

Im Pub zum lustigen Druiden

Der ganze Komplex in der Übersicht

In diesem Loch wurde angeblich Suppe gekocht, naja, ich hab da so meine Zweifel…

Clonakilty: Bunte Garagentore

Kopflose Opfer eines Kredithais?

Hübsche Brücke, immer noch in Clonakilty

Das Postamt von Clonakilty

Wirklich! Und das nicht erst seit gestern!

Ein fröhlich-bewegtes Musikgeschäft (nein, ich hab nicht noch eine Tin Whistle gekauft, bin ja brav…)

Sehr lobenswert in Irland: In sehr vielen Innenstädten habe ich halbautomatische Defibrillatoren gesehen, allerdings müssen sie offenbar mehr oder weniger stark vor Vandalismus geschützt werden, was ihr Vorhandensein meiner Meinung nach ad absurdum führt… (Diese Variante empfinde ich als extrem! Das Vorhängeschloss hat eine Zahlenkombination, die nicht offen sichtbar an dem Kasten angebracht ist. Woher der Ersthelfer diese wissen soll, bleibt rätselhaft…) In einem anderen Städtchen habe ich einen ähnlich versperrten Defi gesehen, bei dem sich der Schlüssel in einem hinter einem einzuschlagenden Glas befindet. Allerdings ist kein Hammer o. ä. dabei, wie man das Glas nun einschlagen soll, ist mir auch verschlossen geblieben…

Die Ruine der Abtei von Timoleague (auf dem Parkplatz hat Ulrich in strömendem Regen amal Kaffee getrunken)

Eigenartige Bogentechnik (war das von Anfang an so?)

Überall in der Ruine, auch im alten Kirchenschiff, befinden sich Gräber. Nur in der Bibliothek nicht. Gibt einem zu denken: Wo man nicht mal laut sprechen darf, legt man keine Leichen ab, oder wie? (Ugh!)

Gothic Impressions

Interessantes Schild: Wie haben die das früher gemacht? Hat da jeder einfach ein Grab buddeln dürfen, oder wie?

Ulrich und seine Kurzzeit-Hundeliebe

Kinsale: Bunte Häuser mit bunten, leider sehr teuren Geschäften

Möchtegern-Wahrscheinlich-Ska-Band auf dem Festl in Kinsale (ganz nett, aber irgendwie fehlte das gewisse Etwas)

Fleischhauer mit künstlerischen Ambitionen

Zur allgemeinen Verwirrung stehen Straßenschilder in Irland nicht nur gerne hinter der wunderbaren, grünen, wuchernden Vegetation, sondern sind auch noch mehr oder weniger stark in Gälisch gehalten (Aerphort soll wohl Flughafen bedeuten). Die Entfernungsangaben sind z.T. in Meilen und z.T. in Kilometern angegeben, man sollte sich also nicht wundern, wenn die Entfernung zum Zielort (der zudem auf den Tourikarten oft nicht eingezeichnet ist, grumpf) trotz richtigen Weges manchmal plötzlich höher als erwartet ist!

Mit diesem Boot kommt man wohl nimmer weit…

Unser Zimmer bei Rosemarie & John (in Irland werden netterweise französische Betten ohne auseinanderdriftende Doppelbetthälften bzw. -matratzen und eine gemeinsame Bettdecke bevorzugt, sehr sympathisch)

Ulrich „with a drop of Whiskey“

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Die Straßen

(von Ulrich)

Die sagenwirmal normalen Straßen in Irland sind schmal. Ob es eine Landstraße ist oder eine Ortsdurchfahrt – man ist gut beraten, die Ausmaße seines Autos zu kennen, anderenfalls droht zumindest Ungemach in Form häßlicher Geräusche, wenn man mit dem linken Außenspiegel den rechten Außenspiegel eines geparkten Autos erwischt. Landstraßen haben (jedenfalls hier im Süden) zum Glück oft – wenn man nicht gerade in den Bergen ist – nichts Hartes, sondern nur Hecken als Begrenzungen, so daß man, wenn man einem Entgegenkommenden ausweicht, einfach durch knisternde Geräusche von links gewarnt wird, daß man jetzt nicht noch weiter ausweichen sollte. In den kleinen Städten und Dörfern trifft man oft Hauptdurchgangsstraßen an, die zwischen „ganz schön eng“ und „heller Wahnsinn, daß sie hier keine Einbahn-Regelung haben“ rangieren. In diesen Durchfahrten wird oft durch gelbe Striche am Straßenrand angedeutet, daß das Parken nicht gern gesehen wird (sondern vielmehr verboten ist), aber die meisten Autofahrer tragen es mit Fassung und parken dort trotzdem. Auch wenn solcherart aus dem „hellen Wahnsinn“ eine „himmelschreiende Idiotie“ oder so etwas wird.

Anscheinend gibt es gelegentlich mal Geld zum Straßenausbau, und wenn dann zusätzlich auch noch Platz zur Straßenverbreiterung da ist, entsteht eine Land- oder Bundesstraße, wie man sie im deutschsprachigen Raum gewohnt ist. Lustig wird es dann, wenn die mit solchen Sanierungsmaßnahmen bedachte Straße faktisch eine kleine Regionalstraße ist, die plötzlich in neuem, breiten Glanz erstrahlt, während die höher kategorisierte, parallel verlaufende Nationalstraße im alten Zustand verbleibt. Das Resultat ist, daß sich neben einer auf den Karten groß und wichtig erscheinenden Nationalstraße, die sich dem Autofahrer eng, kurvig, einfach unbequem und gefährlich darbietet, eine kleine, unbedeutende und abschreckend schmal verzeichnete Nebenstraße in breiter, wohlausgebauter Pracht räkelt. Aber es muß wohl administrativ kompliziert sein, die Straßen entsprechend ihrem tatsächlichen Zustand umzuwidmen. Pech insbesondere für ortsunkundige Wohnmobil- und Reisebusfahrer…

[Update]

Natürlich gibts auch richtig tolle Straßen und Autobahnen. Letztere kosten teilweise Straßengebühr, was etwas chaotisch anmutet: An einer Stelle steht plötzlich eine Gebührenstation, bei der man sein abgezähltes Geld in so einen Trichter schmeißen muss. Wenn man stattdessen die Autobahn erst an der nächsten Auffahrt befährt, scheint es auch kostenlos zu gehen…

Nicht zu vergessen die Ringautobahn um Dublin: Da werden die Kennzeichen der Autos automatisch erfaßt, und man hat bis zum Abend des nächsten Tages Zeit, die Gebühr zu bezahlen. Wie sie das machen mit der automatischen Erkennung, wäre sehr interessant zu erfahren, denn es gibt hier anscheinend keine gesetzlich vorgeschriebene Schriftart auf den Autonummern. Fett, kursiv, selbst Schreibschrift ist uns begegnet. Naja, vielleicht beschäftigen sie einen Haufen angestellter Kennzeichenleser. Schafft Arbeitsplätze 🙂

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